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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 5 · p. Seite 539

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 5
Article
Die literatur für und wider die Juden in Schweden im Jahre 1815
Date
1907-01-01
Page
Seite 539 (sequence 27)
Language
German
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Die Literatur für u. wider die Juden in Schweden i, J, 1815. 539 Ob die Juden selber aktiv an diesem Pamphletenkämpf sich auch beteiligten wie z. B. in Deutschland? Sicherlich nicht, und das ist nicht zu verwundern. Sie waren dazumal der Sprache kaum mächtig genug. Ihre Konversationssprache war gewiß ein mehr oder minder reines Deutsch, der Gottesdienst war hebräisch, ihre Handelsbücher wurden in jüdisch-deutscher Sprache geführt, und die Protokolle der Gemeinde wurden bis weit in die-zwanziger Jahre deutsch in jüdischer Kurrentschrift geschrieben. Abgesehen von der »Erklärung des hiesigen Vorstandes der jüdischen Nation an den Ausschuß der Reichsstände«, die gewiß auch von einem Schweden verfaßt war, habe ich nur eine Broschüre gesehen, von deren Verfasser man möglicherweise annehmen kann, daß er ein Jude gewesen sei. Es ist dies eine Antwort auf die Schrift »Lurifaxiana«, welche aus Auszügen der antisemitischen Schriften des Dänen Thaarups und des Deutsehen Buchholtz besteht. Die Antwort nennt sich »Lurialsiana«, und der Verfasser heißt H. Heilborn. Sie ist in einer unmöglichen schwedischen Sprache geschrieben, sehr verworren und ebenso mißlungen durch Anspruch auf Witz, wie unbegreiflich durch talmudische Gelehrsamkeit. Ich schließe hier die Übersicht, die ich von der Literatur für und wider die Juden im Jahre .1815 gegeben habe, ab. Man darf, wie ich schon bemerkt habe, dieser Literatur keine allzuhohe Bedeutung für die Entwickelung der jüdischen Gemeinde beimessen; sie gibt aber ein gutes, wenn auch einseitiges Kulturbild von dem damaligen Schweden mit seiner Vorliebe für politische Diskussion während des Zeitraumes der aufs neue errungenen Druckfreiheit. Sie hat nicht so großen Einfluß auf die Stellung der Juden gehabt, denn dazu waren die Schriften zu wenig sachlich und zu sehr skandalös. Dazu hielten sich die wirklichen Schriftsteller und die einflußreichen Politiker gänzlich von

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