Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die literatur für und wider die Juden in Schweden im Jahre 1815
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 537 (sequence 25)
- Language
- German
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Die Literatur für u. wider die Juden i. J. in Schweden 1815. 537' und zu verachten, weil einige wegen des Fallissements anderer sich auf einige Zeit als insolvent erklärt hätten. Inn großen und ganzen meint der Verfasser, daß diese Bankerotte das Gute mit sich gebracht hätten, daßsie das Bedürfnis nach einer neuen und zweckmäßigen Konkursordnung gezeigt hätten. Es ist oben behauptet worden, es sei zum Unglück der Juden gewesen, daß sie einen Verteidiger wie Grevesmöhlen, »den frechen Pöbelsophisten,« wie man ihn nannte, bekamen, der durch seine grobe Schreibweise eine seltene Gabe hatte, die Leute gegen sich und somit auch gegen die Sache aufzureizen, die er verfocht. Hiedurch geschah es, daß ein sehr großer Teil der Schriften, die wider die Juden erschienen, eigentlich ihn zum Ziel hatte. Es ist unnötig, darauf hinzuweisen, daß seine Gegner nicht besser als er waren, und daß die meisten der Herren Literaten, die ihn angriffen, gar kein Ansehen und auch gar kein Talent besaßen. »Diese Pamphletmasse« sagt treffend Sjögren, der Biograph Grevesmöhlens, »ist ein wahrer Schutthaufen; da gibts allerlei, meist Schmutz, aber darunter auch zuweilen wertvollere Sachen.« Beinahe alle diese Schriften sind anonym, da sie aber meistens gerichtlich belangt wurden, so kamen! die Namen der Autoren an die Öffentlichkeit. Der ehrlichstevon ihnen war ohne Zweifel Hammarsköid, der im! Kampfe gegen die »Akademische Schule« sich einen gewissen Namen in der schwedischen Literaturgeschichte erkämpft hatte. Sein Haß gegen die Juden kann wohl zum! Teil seiner Verachtung des Materialismus, als dessen Vertreter er die Juden ansah, dabei aber auch seinem Konservatismus, zugeschrieben werden. Ein nicht ganz verächtlicher Skribent ist auch Ced׳erborgh, übrigens der Verfasser einiger der frühesten komisch-sozialen Romane.. Seine satirische Schrift »Das Bildnis Grevesmöhlens« ist eins von den witzigsten in dieser Pamphletserie. Lindeb e r g, als ziemlich glücklicher Dramatiker bekannt, und G r a v a 11 i u s, der Feldprobst, der verschiedene gelungene;