Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die literatur für und wider die Juden in Schweden im Jahre 1815
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 535 (sequence 23)
- Language
- German
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Die Literatur für u. wider die Juden in Schweden i. J. 1815. 535 aus Humes Geschichte und den Schriften Fichtes. Die Gegenpartei hinwieder publizierte »Bischof Gregorius und Glausen, oder: so soll man von den Juden denken«, wo die vorteilhaften Zeugnisse dieser Männer über sie ausführiich abgedruckt sind. Lorenzo Hammarsköld, der Neuromantiker, der in aller Art von Literatur herumpfuschte, und der gegen den Rat seiner literarischen Freunde sich in die Grevesmöhlen’sche Fehde hineinstürzte, übersetzte ein scharfes Stückchen aus einer Abhandlung von Meinert ׳unter dem Titel: »Schwere Beweise wider die Juden«. Eine sehr giftige, aber talentvolle Schrift, wahrscheinlich aus dem Deutschen übersetzt, nennt sich: »Von den Vorzügen, der Macht und dem Glücke der Juden«, und wurde in mehreren Auflagen herausgegeben. Sie enthält ein Gespräch zwischen einem katholischen Bischof und einem jüdischen Rabbiner, worin letzterer damit prahlt, daß die Juden die Herren der Welt seien, und in einer insidiösen Weise ihre unsympathischesten Eigenschaften ironisch herworhebt und schließlich dem Bischof anheimstellt, ob er nicht zum Judentum übertreten wolle. »Mein Herr Rabbi!« antwortet dieser, »wie wenig Sie auch erwarten können daß dieser Ihr Antrag bei mir Erfolg haben werde, so kann tch doch nicht umhin zuzugeben, daß Sie in den meisten Teilen Ihrer Auseinandersetzung — ganz Recht haben. Leben Sie wohl, Herr Rabbi U Der obenerwähnte Judenkonkurs war den Judenhassern natürlich ein gefundenes Fressen und rief 'mehrere Schriften und Gegenschriften hervor. Zu den hämisch- -sten von ihnen gehört ein Pamphlet, genannt: »Etwas erwägungswertes in Beziehung auf Juden, ihre Bankerotte und deren unglückliche Folgen für die Gegenwart und die glücklicheren für die Zukunft«. Ohne stilistisches Talent geschrieben, sucht es durch ausführliche statistische Auseinandersetzungen (deren Richtigkeit zu kontrollieren ich;nicht imstande bin) darzutun, daß der. Import der Juden