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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 5 · p. Seite 522

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 5
Article
Die literatur für und wider die Juden in Schweden im Jahre 1815
Date
1907-01-01
Page
Seite 522 (sequence 10)
Language
German
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522׳ Die Literatur für u. wider die Juden in Schweden u J, 1815״ Bürgerstande, Wegelin, stimmte nebst vielen anderen ihm bei. Die Äußerung des letzteren ist insofern von Interesse, als wir hier in der prägnantesten Form zu wissen be-!kommen, was die Bürger von ihren neu angekommenen Genossen dachten. Sein Zeugnis besagt, daß sie nur zum Schaden des Landes seien. Die Handwerke, um derentwillen sie die Erlaubnis bekommen hätten, sich in Schweden niederzulassen (nämlich die im Reglement von 1782 erwähnten), hätten sie nicht gut versehen, höchstens mit Ausnahme der Stempelschneidekunst. Die Kattundruckerei hätten sie freilich getrieben, allein durch eine schlechtere Ware (den sog. Judenkattun) verdorben. Den Handel teilt der Redner in 3 Klassen ein : Die Seefahrt mit Export und Import, hierin stünden die Juden sehr zurück; die Fabrik mit Schiffbauerei und Export, die feinste Art von Kaufmannschaft, hier leisteten die Juden garnichts; und schließlich denkleinen Import, dies wäre ihr eigentliches Wirksamkeitsfeld, indem sie verbotene Waren einführten und durch ihre ausländische Kundschaft die Preise leicht niederdrückten, und daneben auch noch durch ihren schädlichen Wechselhandel den Kurs hinauftrieben und die Bilanz verschöben. Der Vorschlag Wegelins zielte dahin, keinen Juden, auch nicht den eingeborenen, Schutzbriefe zu erteilendes sei denn, daß andere dafür verschwänden, und Bürgerrecht nur denen zuzugestehen, die ihre Kinder ■christlich erziehen wollten. Obschon nichts im Reglement vom Jahre 1782 über diese Sache bestimmt war, hat man also gewiß zwischen Schutzjuden und Juden mit Bürgerrecht unterschieden. Diese im Bürgerstande entstandene Diskussion, wurde in den anderen fortgesetzt1). Die Geistlichen erklärten sich selbstverständlich gegen die Juden, ebenso die Bauern. Größere Sympathien genossen sie beim Adel. Derjenige, der 1J Der schwedische Reichstag bestand bis 1866 a11s 4 Ständen: Adel, Geistliche, Bürger und Bauern.

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