Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Samuel Levy
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 490 (sequence 11)
- Language
- German
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490 Samuel Levy, ein Stiefsohn der Gliickel von Hameln. Juden, Moses mit Namen, zur Erteilung des Unterrichtes kommen, während er über Aron Levy und über seine Frau und Kinder den Bann verhängte. Aron Levy beschwerte sich bei dem Amtmann Scherer, der zu seinen Gunsten entschied. Aber der Rabbiner und die Gemeinde wandten sich mit einer Äpellationsklage an den Intendanten, in der sie hervorhoben, daß nach verschiedenen Verordnungen nur der Rabbiner zwischen Juden und Juden zu entscheiden habe. Aron Levy wandte sich nun an den königlichen Prokurator Scheppelin mit der Bitte um Erlaubnis zur Erteilung des Unterrichtes, und diese wurde ihm in Ansehung des von ihm gezahlten Schirmgeldes auch bewilligt. Aber auch dem fremden Juden wurde gestattet, in Breisach zu verbleiben, wenn er Schirmgeld bezahle. Nur wenn er bei einzelnen Juden als bezahlter Diener angestellt würde, sei er auch davon befreit. Bezüglich der Angelegenheit Scherer wurde durch einen königlichen Beschluß vom 8. Januar 1698 entschieden, daß ihm allein, und nicht dem Rabbiner, die Aburteilung der Streitigkeiten zwischen Juden und Juden zustehe. Wir erfahren zwar nicht, ob der Rabbiner infolge dieses Beschlusses von seinem Amte zurücktrat oder nicht, aber wir gehen kaum fehl, wenn wir annehmen, daß diese Angelegenheit in erster Linie es war, welche die elsäßisehen Juden , veranlaßte, wiederum die Ernennung eines Rabbiners von seiten der Regierung anzustreben. Dazu aber kam noch ein anderes Ereignis, welches die Ausführung dieser Absicht beschleunigte. ' Am 19. Dezember 1699 wurde nämlich von Christian dem Jüngeren, Grafen von Rappoltstein, zum Landesvorsteher der Juden seines Gebietes Baruch Weil aus Westhoferi ernannt, nachdem im Jahre zuvor der bisherige Vorsteher, Jekil Reinau aus Rappoltsweiler, gestorben war. Die Wahl Baruch Weils erklärt sich hauptsächlich daraus, daß er, wie aus zahlreichen Urkunden hervorgeht, mit dem Grafen in geschäftlicher Verbindung stand. Er wurde nun