Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe
- Date
- 1907-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Zur 6eschichte unD Charakteristik 9er paulinischen Briefe. Von J. Eschelbacher. I. Der scharfen Kritik, welche im Laufe des vorigen Jahrhunderts den meisten Schriften des Neuen Testaments den Anspruch auf Echtheit und geschichtliche Olaub- Würdigkeit genommen hat, haben am längsten die Briefe des Apostel Paulus Stand gehalten. Vierzehn Briefe tragen seinen Namen. Und wenn auch die Mehrzahl der protestantischen Theologen die Echtheit einzelner von ihnen preisgab, die der vier Hauptbriefe, an die Galater, Römer und (2) Corinther, galt lange Zeit als unbestreitbar. Der starke persönliche Eindruck, den sie machen, schien jeden Zweifel an der Echtheit und Wahrheit der Angabe ihres Verfassers auszuschließen. »Ihre Ursprünglichkeit spreche für sich selbst«. »Unerfindbar und durchaus originell stehen sie auch stilistisch ge-, nommen da«. Indessen konnte die Macht solcher subjektiven Empfindungen nicht die Bedenken niederschlagen, die einzelnen Gelehrten aus dem Inhalte dieser Briefe, wie aus ihrer Vergleichung mit andern Schriften jener Zeiten sich ergaben. Bruno Bauer machte zuerst in seiner »Kritik der paulinischen Briefe«1) und später in seinem mehr populären Buche »Christus und die Cäsaren, der Ursprung des Christenthums aus dem römischen Griechenthum«2) auf ihre nahen Berührungen mit den Anschauungen ~ 1) Berlin 1852. 2) Berlin 1879.