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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 3 · p. Seite 381

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 3
Article
Erwiderung an Herrn Prof. Dr. Pfaff
Date
1907-01-01
Page
Seite 381 (sequence 2)
Language
German
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Erwiderung an Herrn Prof. Dr. Pfaff. 381 gegen meinen Aufsatz »die Blutbeschuldigung in oberbadischen Liedern aus dem 15. und 16. Jahrhundert« (S. 316 ff. dieser Monatsschrift 1906) eine »Erklärung« erlassen. Nach dem altbekannten Rezepte werden dem jüdischen Gegner Unbildung, Unwissenschaftlichkeit, Unwahrhaftigkeit, Unbesonnenheit, persönliche Gehässigkeit zugeschrieben, während man für sich selbst alle dem entgegengesetzte Tugenden und Vorzüge in Anspruch nimmt. Da es mir weder jetzt noch früher uni die Person des mir unbekannten Mannes zu tun ist, und seine Schmähungen mich kalt lassen, gebe ich den Lesern nur das, was vielleicht von allgemeinerem Interesse ist. Der Rabbiner kommt leicht zu einer »Psalmodie« (S. 323), da er Bibelworte umschreibt; Prof. Pfaff kann seinen Antisemitismus nicht verbergen, auch wo er in wissenschaftlichem Tone schreiben will. Er braucht das technische Wort »die christlichen Wirtsvölker der Juden« (S. 323) und stellt sie diesen entgegen. Hatte in alten Zeiten die Stadt Freiburg das Bestreben, die Juden los zu werden : »nun, so hatte Freiburg wohl seine Gründe dafür.« Er urteilt darüber, daß unsere »Speisegesetze, die Sabbatheiligung, die Beschneidung, u. dgl. so wenig in unsere Zeit passen«. Mit der Widerlegung seiner wissenschaftlichen christlichen Gegner macht er es sich mehr als leicht: Stobbes Buch gilt ihm und andern »nicht als reine Quelle« (S. 328), Atnira und Wolfram bezichtigt er, daß sie sich zur Sache geäußert haben, obschon sie »wohl keine Ahnung« hatten (ebenda), was »an Taten des tollsten und gräulichsten Aberglaubens« geschehen ist und geschieht, und meint, daß ihre Ausführnngen »nicht auf durchdringende Kenntnis der entsprechenden Volksvorstellungen gegründet sind.« Was die Zeitungen — Freiburger-Zeitungen — über seinen Endinger Vortrag geschrieben haben, kennt er leider selbst nicht (S. 325), obschon er »in der Voraussicht von sachlichen Kritik bleibt, angegriffen und widerlegt worden. Durch die Ausführungen Lewins hat sich Herr Professor P f a ff, der Herausgeber der zuletzt genannten Zeitschrift persönlich gekränkt gefühlt und in seinem. Blatte (Heft 4 des Jahrganges 1906, Seite 322—332) in einem sehr gereizten Tone, zu dem m. E. ein Anlaß nicht vorlag, eine zehn Seiten lange »Erklärung« gegen Lewin drucken lassen. Ich kann daher.nicht umhin, Herrn Dr. Lewin in dieser Angelegenheit zu seiner Rechtfertigung noch einmal das Wort zu erteilen.

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