Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 1)
- Language
- German
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254 Besprechungen. Rosenau, William, jewish Biblical Commentators. 1906. Baltimore. 153 S., 8. Dieses Büchlein enthält einen Cyklus von Vorlesungen, die der Verfasser im orientalischen Seminar der John Hopkins University zu Baltimore über die Geschichte der jüdischen Bibelexegese gehalten hat, und zerfällt in folgende VIII Abschnitte: I. die talmudische Periode; 11. Karäer und Saadja; III. Grammatiker und Lexikographen [in Spanien im X.—XI. Jahrhundert]; IV. Raschi und die Tosafisten; V. Ibn Esra nnd die Kimchiden; VI. Maimonides und Nachmanides; VII. Mendelssohn und die Biuristen, und VIII. die Kritiker des neunzehnten Jahrhunderts. Die Darstellung ist eine recht übersichtliche und anziehende und, ihrem Zwecke gemäß, eine sehr knappe und nur die Hauptvertreter der jüdischen Bibelexegese berücksichtigende. Allerdings wird die Symmetrie manchmal durchbrochen, was auch schwer zu vermeiden ist. So wird z. B. Josef Ibn Abitur, von dem es noch sehr fraglich ist, ob er überhaupt Bibelkommentare verfaßt hat (s. Kaufmann, Monatsschrift 34, 385), eine ganze Seite (p. 52) gewidmet, während viele Autoren, die auch in der kürzesten Darstellung figuriren müßten, gänzlich fehlen. So von den älteren Karäern: Daniel al- Kumisi, der älteste von dem sich Fragmente zu Leviticus erhalten haben (s. Jew. Encycl., s. v. IV, 434), und Jefet b. £Ali, der fruchtbarste unter ihnen; aus der spanischen Glanzperiode — die ersten zwei bedeutendsten: Moses Ibn Chiquitilla und Jehuda Ibn BaFäm; von den nordfranzösischen Bibelexegeten — der älteste uns bekannte, Menachem b. Chelbo, von dem des späteren Mittelalters — Levi b. Gerson, von dem nur sein religionsphilosophisches Werk genannt wird (p. 114) usw. Dann ist noch auszusetzen, daß trotz der Kürze und Gedrängtheit der Darstellung manchmal Sachen herangezogen werden, die mit der Bibelexegese in gar keinem oder nur in sehr losem Zusammenhänge stehen, während nun für wichtige Ausführungen kein Platz mehr blieb. So wird z. B. der bekannte Brief Maimonides an Samuel ibn Tibbon, wo jener über Mangel an Zeit klagt, wörtlich mitgeteilt (p. 98) und ebenso der Inhalt der 14 Bücher des Mischne Tora im Einzelnen angegeben (p. 100), während andererseits die Exegese Saadjas, des Hauptes der Kommentatoren, viel zu kurz abgetan (p. 42), der Ertrag für die Bibelexegese aus den Werken der klassischen Grammatiker und Lexikographen in Spanien, beson-