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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 6 · p. Seite 754

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 754 (sequence 1)
Language
German
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754 Besprechungen. Oeissmann Adolf. Die Septuaginta-Papyri und andere altchristliehe Texte der Heidelberger Papyrus-Sammlung. Mit 60 Tafeln in Lichtdruck. Heidelberg 1°05, Karl Winters Universitätsbuchhandlung IX-(-123+60 SS., groß-4° (Veröffentlichungen aus der Heidelberger Papyrus-Sammlung I). Die Heidelberger Papyrus-Sammlung, die vor neun Jahren begründet worden, gehört zu den bedeutenderen und ist zuerst durch Band II der »Veröffentlichungen *, den Karl Schmidt bearbeitet hat, in die Literatur eingeführt worden. Da er einen koptischen Text enthält (Ada Pauli), erregte er kein so allgemeines Interesse, wie der vorliegende, der der Bibelforschung griechische Texte in leicht zugänglicher Form darbietet. Es sind die folgenden 6 Papyri bearbeitet worden: I. Papyrus-Kodex Septuaginta Zacharias 4 — Malachias 4, etwa 7. Jahrhundert 1—75 (Tafeln 1—56). 2. Griechisch-koptisches Pergamentblatt Exod. 15 und 1 Sam. 2 (?) etwa 7. Jahrhundert 76—79 (Tafeln 57a und b). 3. Pergament Ev. Marc. 6, 6. Jahrhundert 80—84 (Tafeln 58 a und 59a). 4. Pergament Act Ap. 28 und Jac 1, etwa 5. Jahrhundert 85 (Tafeln 58b und 59b). 5. Papyrus Onomasticon sacrum, 3/4. Jahrhundert 86 -93 (Tafel 57 c). 6. Papyrus Altchristlicher Originalbrief, Mitte des 4. Jahrhunderts 94—1Ö4. Indices 105—107 Die Lichtdrucke reproduzieren die Fragmente in Originalgröße. Von diesen 6 Piecen interessieren uns hauptsächlich Nr. 1, 2 und 5, doch dürfen wegen des Schreibstoffes auch Nr. 3 und 4 nicht unbeachtet bleiben. Um dies vor weg zu nehmen, sei eine kurze Bemerkung gestattet. Der gewöhnliche Schreibstoff, der in Ägypten in den ersten Jahrhunderten verwendet wurde, war der Papyrus, dessen Urheimat eben Ägypten ist. In Palästina hingegen war der gesetzlich gestattete Schreibstoff für »Biicher« — nichtbiblische waren in altjüdischen Kreisen kaum vorhanden, jedenfalls nicht verbreitet — die Tierhaut in der Form von Leder oder Pergament (Althebräisches Buchwesen 13 ff.). Höchstwahrscheinlich sind auch die neutestamentliehen Originale, die in jüdisch-christlichen Kreisen Palästinas entstanden sind, Pergamentbücher gewesen (Berliner Festschrift 44 f.). An diesen nationalen Schreibstoff, auf dessen Zubereitung sie sich wohlverstanden, klammerten sich die Juden bei Anfertigung von biblischen Schriften auch in der Diaspora, somit wird er in judenchristlichen Kreisen ebenfalls heimisch gewesen sein. Ganz besonders

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