Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Der Ölbau in Palästina in der tannaitischen Zeit
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 578 (sequence 16)
- Language
- German
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578 Der Ölbau in Palästina in der tannaitischen Zeit. Ein wichtiger Zweig der Baumpflege, der auch in Palästina in hoher Blüte stand, ist die Veredlung durch Pfropfen1). Bei den Oliven insbesondere erhält man durch das Pfropfen edler Zweige auf wilde Bäume auch von diesen genießbare Früchte2). Auch auf das Kaprifizieren, die künstliche Befruchtung eingeschlechtiger Blüten, verstand man sich3). Die Fortpflanzung des Ölbaumes geschieht vornehmich durch Ableger4); ein junger Setzling heißt 5שתל). *) Sota 8,2, T. Roscli ha-Schana 1,8 (209), Das Pfropfen von Oliven auf andere Bäume (wie überhaupt סין בשאינו מינו) ist verboten. T. Kil. 1,10 (74) אץ מדביבין דחים ברכב של תמרה. Zitiert j. Kii. I, 27b, מה דתים אין בהם מרכבה ibid. Veredlung von Birnen, T. Kil- 1,4 (73). Das Vereinigen beider Zweige beim Pfropfen heißt ׳בלע der Spalt שפופרת T. Kil• 1,10 (74). Verschmiert wird die Schnittstelle mit einer Masse aus »feuchter Myrte« (אשא דרא, Perles, Monats schrift 1870, p. 323, Löw, p. 50, Fränkel, p. 139) einer Lorbeerblattabkochung (.שיברא דדפנא) und Gerstenmehl, das weniger als 40 Tage alt ist. Gekocht dient diese Masse als Pflaster, b. Pes. 56a. Sie dient wohl auch zum Anpfropfen halb abgerissener Zweige, die man wieder anwachsen lassen konnte, Uks 3,8 יחור של תאיכה Das Verwachsen der Gepfropften dauert drei Tage bis zu zwei Wochen קלט, vgl. Scheb. 2,6. 2) Zu entnehmen aus Röm. XI, 17—24. Allerdings hat der Erzähler, um seine Nutzanwendung ziehen zu können, die Tatsachen umgedreht und spricht von einem Edelreis, worauf der Wildling gepfropft wird. Die Veredlung geschieht umgekehrt. 3) גמד. Von den Feigen. Die caprificierte Frucht heißt גמדית. Im plur. גמזיות in T. Pes. 2,19 (160), T. Ter. 5,7 (33), Tosefta Scheb. I, 11 (nicht bei Zuckermandel). Var, מגמדין. 4) ברך hif. Sota 8,2, T. Rosch ha-Schana 1,8 (209). So pflanzten die Römer und Griechen neue Olivengärten an. Geop, X, 11,8, Plin XV, 1. Ibn Awwäm I, p. 214. 6) t. Maas, risch. 3,8 (85).שתילין LA. — bh. Ps. 128,3. — L.: שותלין T. Mr. II, 8 (84), שיתלי בצלים T. Ter. VIII, 8 (39), שתלים LA. T. Mr. II, 8 (84 f.), j. V, 51 c, Mischnah Maas. 5,1, שתילים T. Mr. II (85). LA. edd. T. Ter. VIII, 8 (39) wird erst nach der Vocalisation des biblischen Wortes sich geändert haben. Das bibl. כשתלי ist defekt geschrieben. Jastrow setzt שותל an, doch ist das durch die einmalige