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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 4 · p. Seite 496

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 496 (sequence 4)
Language
German
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49.6 Besprechungen. traurigen Schicksale der Juden. Aber nun war für die Betätigung der Kunst mehr Spiehaum geboten. Die verschiedenen Arten von Chanuckaleucbtern von der einfachen Eierschale bis zum kostbaren Kunstwerk des Goldschmieds werden besprochen. Auch dieses Fest hat in der Küche seine eignen Erzeugnisse. Die größere Freiheit, die den verschiedenen Spielen während dieser Festzeit eingeräumt wird. — Ketowes, Trendel, seit dem 15. Jahrhundert auch dem Kartenspiel — die Erlaubnis für die Frauen von Avignon, während der acht Chanuckaabende in der Männersynagoge zu erscheinen, die Sitte der Chanuckageschenke an Arme, an die Lehrer und zwischen dem Brautvater und dem Bräutigam u. a., zeigen, daß dies Fest nicht bloß ein Fest der Freude, sondern auch der Lustigkeit war. Das Purirntest ist durch drei sehr belehrende Aufsätze vertreten. Von den Purimparodien auf Gebete sowohl als auch auf die überlieferte talmudische Lehrweise und auf einzelne Traktate der Mischna ist besonders erwähnenswert die Haggada für Lei Schikkorim. Die besprochenen Parodien weisen eine Fülle — manchmal nicht ganz die Schranken einhaltenden — Humors auf. Mit vollem Recht weist der Verfasser darauf hin, daß dieser Spott nicht etwa Haß oder auch nur Geringschätzung der humoristisch behandelten Gebiete zur Quelle hat; sein Hintergrund ist gerade die innige Vertrautheit und die fast ausschließliche Hingebung an sie. Der Spottlustige, der sich über Sich selbst lustig macht, hat noch lange nicht die Selbstachtung verloren. Bittere Satire auf vermeintliche oder wirkliche Übelstände, wie sie sich in manchen kirchlichen und weltlichen Schriften finden, ist in diesen Parodien nicht anzutreffen. In den beiden Abhandlungen: Königin Esther auf der englischen Bühne und Hans Sachsens Esther ist umfangreiches Quellenmaterial in ansprechender, graziöser Form für das größere Publikum verarbeitet. Sie bieten soviel des Interessanten, daß schon um ihretwillen die Lektüre des Buches warm empfohlen werden kann. Unser Hans Sachs kommt in ihnen zu verdienter Geltung. — Eine Übersetzung der meisten dieser Abhandlungen ins Deutsche wäre sehr erwünscht. Ob der Übersetzer einen Verleger finden würde, wie Macmillan & Co. in London, ist freilich zu bezweifeln. Glückliches England, dessen Lesepublikum unsern deutschen Glaubensgenossen zum Vorbild dienen könnte! An der Sprödigkeit unserer Verleger trägt unser Publikum die Schuld. B. Badt.

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