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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 4 · p. Seite 465

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 4
Article
Die Juden und die deutsche Literatur
Date
1906-01-01
Page
Seite 465 (sequence 22)
Language
German
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Die Juden und die deutsche Literatur. 465 beider Heroen auf jüdische Leser ausgeübt wurde. Hier würde Schiller, der sich viel seltener noch über Judentum aussprach, der Löwenanteil zukommen; der Dichter des Idealismus war für die Geknechteten ein Labsal; C. E. Franzos’ meisterhafte Skizze, Schiller in Bärnow, ist auch für den Historiker ein unverächtliches Material. § 16. Die Salons. Gewinnung der Frauen für die deutsche Literatur. Ihre Mission für die Gesellschaft: Rähel, Henriette Herz, Dorothea Schlegel, andere Berliner Frauen besonders die Schwestern Meyer, Frau von Grotthus und Frau von Eybenberg. Der Einwand, daß, da alle diese Frauen dem Judentum untreu wurden, sie in diese Dar- Stellung nicht gehören, ist nicht stichhaltig, denn sie haben auch auf ihre dem Judentum treu gebliebenen Schwestern und auf die jüdische Gesellschaft ganz unendlich gewirkt. § 17. Die Romantiker. Arnims teutsche Gesellschaft in Berlin, persönliche Beziehungen (Itzig), Darstellung von Juden in »Halle und Jerusalem«. Brentanos eifrige Judenfeindschaft, dagegen Bettines apostolische Wirksamkeit (Briefwechsel mit Goethe), Verklärung einzelner Juden (die Günderode), Unterstützung jüdischer Jünglinge, persönliche Beziehungen. Bei der älteren Romantik ist mit besonderem Nachdrucke Jean Paul hervorzuheben, nicht nur wegen seines jüdischen Freundes Emanuel (vgl. Gutzkows Roman Fritz Ellrodt). Den jüngeren Romantikern sind einzelne jüdische Schriftsteller anzureihen, z. B. Ludwig Robert. § 18. Die Reaktion, die Hephep-Periode, auch in der Literatur. Als Signal dafür Sessa, die Judenschule; besonders Dramen und Romane von Julius von Voss. § 19. Börne und Heine. Die Untersuchung, wie weit ihre ganze Schriftstellerei vom Judentum beeinflußt ist, kann ebensowenig fehlen wie die Einzelforschung, ob ihr Stil und ihre Sprache jüdische Eigentümlichkeiten zeigt. Freilich ist eine Gesamtdarstellung ihres schriftstellerischen Wirkens zu vermeiden, aber Börnes Kampf für die Juden, Monatsschrift, 50. Jahrgang. 30

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