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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 4 · p. Seite 405

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 4
Article
Das literarische Leben der babylonischen Juden im vierten Jahrhundert
Date
1906-01-01
Page
Seite 405 (sequence 21)
Language
German
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Das literarische Leben d. babylonischen Juden im vierten Jahrh. 405 Maimonides: »Der Inhalt der voranstehenden Abschnitte« welche über das Wesen Gottes, über seine Einheit und über die Liebe zu Gott handeln, bildet die höchste Gedankenregion, »die im Talmud mit ,Pardes‘ Lustgarten bezeichnet wird — — Ich aber sage, man lustwandle nicht in diesem Garten, ehe man seinen Leib befriedigt, Brot und Fleisch gegessen. Brot und Fleisch bedeutet aber in diesem Falle die Kenntnis von den Dingen und Handlungen im Leben, die erlaubt und verboten sind. Wird auch diese Kenntnis, Hawajoth d’Abaji w’Käba im Talmud im Vehältnis zum Studium der höheren Gedanken über Gott und Welt (Maasse Merkaba) als minderwertig bezeichnet, so muß ihr dennoch der Vorzug gegeben werden; denn sie ist geeignet, den hach Gutem strebenden Menschen zu befriedigen, sie lehrt ihn die zum Fortbestände der Welt nötigen Gesetze, welche Gott in seiner Güte den Sterblichen gegeben und die zum ewigen Leben führen und zugänglich ist allen Erdensöhnen, dem Großen wie dem Kleinen, dem Manne und der Frau, dem, der beschränkten Geistes, und dem der weisen Herzens ist«* 1). Maimonides stimmt da mit Deutschlands größtem Denker, mit Kant, überein, der dies »den Primat der praktischen vor der theoretischen Vernunft« nennt. Was das Volk der Juden siegreich durch die Jahrtausende getragen hat, was ihm Kraft und Macht verliehen hat, allen Stürmen der Zeit zu widerstehen, war nicht der erquickende Äther, nicht die reine Luft des »Pardes«, sondern die kräftige, religiöse Kost, das »Brot und Fleisch« des Maimonides, die »hawajoth« Abajis und Rabas. sich gestaltet: »Zunächst ist es die Durchflechtung des ganzen!menschlichen Daseins mit gesetzlichen Ordnungen, mit der Erfüllung von Vorschriften, welche alle Arbeit und allen Genuß des Lebens begleiten?. 1J Jad ha*chasaka, hilchoth Jesode Thora, IV, 13.

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