Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 376 (sequence 1)
- Language
- German
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376 Besprechungen. Lambert, Mayer, et Brandin, Louis, Glossaire hebreu-fran^ais du XIII© siede. Recueil de mots hebreux bibliques avec traduction frängaise. Manuscrit de la Bibliotheque Nationale, fonds hebreu, no. 302. Publie sous les auspices de PAcademie des Inscriptions et Belles-Lettres. Paris, Leroux, 1905. XV u. 295 pp. in 4°. Eine eigenartige Spezies der nordfranzösischen bibelexegetischen Literatur sind die in vielen Bibliotheken handschriftlich aufbewahrten hebräisch-französischen Glossare zur Bibel oder zu Teilen derselben, die meistens aus dem XIII. Jahrhundert stammen und anonym erhalten sind. Gewöhnlich besteht jede Seite dieser Glossare aus drei Kolumnen, und zwar enthalten die ersten das zu erklärende Bibelwort, die zweiten das französische Aequivalent in hebr. Lettern, und die dritten eine kurze hebr. Erklärung, die darin besteht, daß mit '=) כ כמו) ein ähnliches Wort aus der Bibel zitiert wird, oder daß mit ,h <= לשון) die Bedeutung des Wortes umschrieben wird (oder beides zugleich), oder daß manchmal das Targum, oder auch die Auffassung Raschis oder eines anderen Autors herangezogen wird. Die Glossare haben also den Charakter einer interlinearen Übersetzung und dienten wahrscheinlich zu Schulzwecken, für die Literaturgeschichte aber sind sie von doppeltem Wert: einmal enthalten sie, da die französischen Vokabeln zum größtenteil punktiert sind, sehr schätzbares Material für die Geschichte der altfranzösischen Sprache, und dann sind sie auch von einer gewissen Bedeutung für die Geschichte der hebr. Lexikographie und der mittelalterlichen Schriftauslegung, so daß sie in gleichem Maße sowohl das Interesse des Romanisten als auch das des jüdischen Literarhistorikers zu erwecken imstande sind. Die Forschung der neueren Zeit hat sich auch diesem vernachlässigten Zweige des jüdischen Schrifttums .zugewandt und besonders war es Arsene Darmesteter, der alle vorhandenen Handschriften untersucht und■ auch zu bearbeiten die Absicht hatte1), woran ihn aber leider 1) Vgl. seine Reliques scientifiques I, 130 ff., 182 ff., wo auch mehrere ״Proben mitgeteilt sind. Solcher Glossare, gibt es sieben : zwei in Paris, eins in Basel, eins in Leipzig, zwei in Parma und eins