Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ein Brief David Friedländers an Moses Moser
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 370 (sequence 1)
- Language
- German
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370 €tn Brief 9avid friedländers an JÄost!s ]Illoser. Von Albert Wolf. So reich an Literatarschätzen aller Art auch die soeben zur Auktion gelangte Autograpbensammlung des jüngst verstorbenen Berliner Bankiers AI e x a n d er Meyer Gohn war, so gering war doch die Ausbeute derselben in Hinsicht' auf die jüdische Literatur. Neben einem (bereits publizierten) Brief Spinozas und dem Stammbuch des H.6 im an'n E p h r a i m mit Eintragungen von Chamisso, Varnhagen, Neumann, Koreff, Fanny Tarnow, M. Hertz etc. dürfte wohl am interessantesten ein Brief David Friedländers an Moses Mosersein, dessen Wortlaut hier wiedergegeben sein möge. »Für alle Ihre Mittheilungen, lieber Moser, sage ich Ihnen herzlichen Dank, und bitte um deren Fortsetzung, da Sie so schön begabt sind יפוזר נא זרועי ידיך! Auf Ihre Rede1), geschrieben oder gedruckt, freue ich mich recht sehr, mehr will ich Ihnen nicht sagen, um Ihrer jungfräulichen Bescheidenheit keine Röthe abzujagen. Jost’s Rede werd' ich wahrscheinlich ungelesen lassen. Er versteht des verewigten Weltweisen Charakter so wenig als seine Grund- Sätze, um seinen Styl zu beurtheilen. Er hatte die Dreistigkeit, mir die Schilderung des ersten, in Mscpt. mitzutheilen, worinn er von der Maske und Heucheley sprach, die der Verewigte getragen und sein Lebenlang geübt habe. Über diese Verunglimpfung sagte ich ihm freymüthig meine ג) Es handelt sich um die Rede, die Moser bei einer Privat־ feier des 100-jährigen Geburtstags Mendelssohns in Berlin gehalten. Auch die weiterhin erwähnte Rede Josts wurde bei der gleiche) Gelegenheit gehalten. (S. Geiger, Gesch. d. Juden in Berlin. S. 210.n