Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Juden und die deutsche Literatur
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 352 (sequence 2)
- Language
- German
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Die Juden und die deutsche Literatur. 352 Daraus ergaben sich einerseits Arbeiten, die einem guten Bekannten Reuchlins gewidmet waren, Nikolaus Eilenbog, der wie der Meister das Studium der hebräischen Sprache in seinen Mußestunden pflegte (1870), andrerseits eine zusammenfassende Darstellung des Studiums der hebräisehen Sprache in Deutschland vom Ende des 15. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. (Breslau 1871.) Diese Studien haben nicht aufgehört mich zu beschäftigen. Während einer größeren wissenschaftlichen Reise (1874) sammelte ich, besonders in den Schweizer Bibliotheken (St. Gallen, Basel und Zürich) Material zur besonderen Erkenntnis von Paul Fagius und Sebastian Münster, den erfolgreichen Nachfolgern Reuchlins, das teilweise erst viel später literarisch verwertet würde; Vom Humanismus war der Übergang zur Reformation geboten. Schon als Student arbeitete ich Luthers Schriften durch, den Ertrag dieses mühevollen Durchsuchen» sammelte ich zu einer Arbeit über Luther und die Juden. (Zeitschrift m. Vaters Band V, S. 23 ff.) Unmittelbar nachdem mein erstes größeres Werk über Reuchlin erschienen war (1870), wurde ich durch ein äußeres Ereignis auf eine andere Arbeit gelenkt. Bald nach unserer Übersiedelung nach Berlin erhielt ich den Auftrag, eine Geschichte der Juden in Berlin zu schreiben. Die Arbeit, die sich aus einer kleinen Festschrift zu einem zweibändigen Werke erweiterte, sollte allerdings hauptsächlieh zwei Zwecke verfolgen: sie war dazu bestimmt, eine Entwickelung des Gemeindelebens zu geben und nebenbei einen Beitrag zu der äußeren, d. h. politischen Geschichte der Juden in Preußen zu liefern; Da ich aber unter Geschichte niemals nur die äußere historische, sondern die Entwickelung des Geisteslebens verstand, so gestaltete sich der Plan dazu, auch das geistige Leben der Berliner Juden zu betrachten, so daß die Darstellung Mendelssohns und der Seinen, die Skizzierung der Periode, in der die Juden