Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Studien zum Buche Esther
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 1)
- Language
- German
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289• Studien zum Juche Esther. Von S. Jampel. (Fortsetzung.) II. Kritik der neueren und neuesten Hypothesen. Die älteren Hypothesen, die wir bis jetzt kennen gelernt haben, sind in der Regel verschiedenartigen Charakters und treten fast ganz unabhängig von einander auf. Mit dem Beginne der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts aber ist hier eine wesentliche Änderung eingetreten. Die Assyriologie, die bis dahin für das Estherproblem nicht in Betracht kam, hat seitdem diese ganze Frage in ihren Bereich gezogen und beherrscht heute das ganze Gebiet dermaßen, daß sämtliche während dieses Zeitraumes zutage geförderte Vermutungen im Grunde doch nur verschiedene Abzweigungen der seit anderthalb Jahrzehnten von den Assyriologen Jensen und Zimmern verfochtenen Grundhypothese sind. Ganz wie bei der Beurteilung der ersten 11 Kapitel der Genesis gilt heute jede Untersuchung über das Esther- Problem von vornherein für verfehlt und unwissenschaftlieh, wenn sie nicht von der babylonischen Mythologie ihren Ausgangspunkt nimmt. 1. Den ersten Anstoß zu dieser Hypothese gab der Assyriologe H o m m e 1, der in einer Notiz1) auf das baby- Ionische Wort »Puchru«, »Festversammlung« hin wies und »ימי הפורים« als »die Festtage« fassen wollte. An diese Vermutung Hommels und zugleich an diejenige Lagarde’s,, *) Weißlowitz, Prinz und Derwisch, S. 161. 19 Monatsschrift, 50. Jahrgang»