Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Simon Kepha
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 1)
- Language
- German
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185 Simon Xepha. Von Leo Baek. Der Satz Matth. 16,19 gehört zu den Steilen des Neuen Testaments, deren Auslegung auf eine ganze Oeschichte zurückblicken kann. Der katholischen Kirche lehrt er den Primat des Papstes, und in der Polemik zwischen ihr und dem Protestantismus hat er darum seinen bevorzugten Platz gehabt. Aber auch der modernen Exegese1) ist er in sachlicher und sprachlicher Hinsicht ein Gegenstand der Bemühung. Jesus sagt zu Simon bar Jona (v. 18): »Du bist Petrus, und auf diesen Fels will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen, (v. 19) Ich will dir die Schlüssel des Reichs des Himmels geben, und was du auf Erden binden wirst, soll gebunden sein im Himmel, und was du auf Erden lösen wirst, soll gelöst sein im Himmel.« Der Sinn des ersteren dieser beiden Verse ist deutlich Simon bar Jona trägt, was die Anrede an ihn als bekannt voraussetzt, den Beinamen Kepha ׳כיפא Fels, griechisch ÜE׳?po;2). Diesem Beinamen gemäss wird er als der feste Grund hingestellt, auf dem die Gemeinde erstehen soll: »Du bist Kepha, und auf diesem Kepha will ich meine Kirche bauen«. Das ist, bis hierher, ein klarer Vergleich, der dem Auge eine bestimmte Vorstellung bietet. Die Schwierigkeit beginnt mit dem folgenden Verse. ג) S. die Synoptiker, erkl. von H. J. Holtzmann (Handkoni. z. N. T.); die Evangel. nach Matth, etc. ausgel. v. C. F. Nösgen (Kurzgef. Kotn. z. N. T.); das Evang. Matth., übers, und erkl. v. J. Wellhausen; u. a.; vetgl. Arnold Meyer, Jesu Muttersprache p. 94; Dalman, d. Worte Jesu I, 174. ף Vergl, Matth. 10,2; Mc. 3,16; Joh. 1,42; I. Cor. 1,12; 3,22 usw.