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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 2 · p. Seite 168

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 2
Article
Studien zum Buche Esther
Date
1906-01-01
Page
Seite 168 (sequence 17)
Language
German
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Studien zum Buche Esther. 168 destens wunderliches Unternehmen ist, auf eine Variante, die wahrscheinlich ein Textfehler ist, eine weittragende Hypothese aufzubäüen. Man nehme irgend eine Polyglottenbibel zur Hand und vergleiche die variae lectiones im Estherbuche, und man wird finden, daß von den in diesem Buche vorkommenden Namen kaum ein einziger sich findet, der nicht eine mehrfache Verstümmelung bei den griechischen und lateinischen Übersetzern erlitten hätte. Und wenn nun wenigstens die Verstümmelung eine konstante wäre! Allein auch dies ist nicht der Fall. Sondern so oft ein Name sich wiederholt, hat er immer neue Schäden aufzuweisen. So heißt z. B. der Name חרבונה in der Rezension a — Lucian, Agathas, in der Rezension b dagegen Tharra, Oareböa, Bougathan, Bougazan, Bouzatan, Oaboutas, bei Josephus Zabougathas, in der. Vetus latina, Nabatha, Buzatha, ממוכן bei Lucian Bougaios, in der Rezension b Mouchajos, Mamuchajos, in der Vetus latina Mordcheus. In ähnlicher Weise verfahren die Übersetzer mit fast allen 36 Namen des Estherbuches. Diese Beispiele illustrieren die Phourdigan Hypothese auf das deutlichste. Hat doch schon Oppert vor mehreren Jahren und neuerdings der sehr belesene Persologe Scheftelowitz in seiner trefflichen Arbeit »Arisches im AT.« (1901), nachgewiesen: daß fast sämtliche Namen des hebräischen Estherbuches ein echt alteranisches Gepräge besitzen, während; die Septuaginta diese Worte nicht mehr verstanden hat. Daraus erklärt es sich, daß die Septuaginta mit diesen Namen entweder wie Lucian der die drei Namen ממוכן הגי ,אגגי durch Bougaios wiedergibt ganz leichtsinnig umging, oder daß sie die Namen gräzisierten und ihnen eine Fassung gaben, die in der griechischen Sprache irgend welche Be- ,deutung besaß, ohne daß sie sich weiter um! die Form tdes hebräischen Textes kümmerten. (Fortsetzung folgt).

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