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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 6 · p. Seite 757

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1905-01-01
Page
Seite 757 (sequence 1)
Language
German
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Besprechungen. 757 Regener, Edg. Alfr. E. M. Lilien. Ein Beitrag zur Geschichte der zeichnenden Künste. Preis in Originalband Mk. 8.—, in Luxusledereinband mit Goldschnitt numeriert Mk. 15.—, F. A, Lattmann in Goslar, Berlin, Leipzig 1905. An hervorragenden jüdischen Künstlern ist heute kein Mangel, und ihre Anzahl steht im Verhältnis zu der Fülle der Kunstproduzenten überhaupt. Eine einfache Erwägung findet die zureichende Erklärung für diese Tatsache. Denken wir nur an einen, allerdings wesentlichen Teil der Kunstproduktion, die moderne Illustrationskunst. Die Fülle illustrierter Werke, Monographien, Zeitschriften ist einmal das Produkt kapitalistischer Interessen, die in grossen Verlagsunter־ nehmungen engagiert sind und ihre Maschinen notwendig arbeiten lassen müssen, — denn Stillstand bedeutet Verlust — dann aber eine Folge der in weiteste Kreise dringenden Kultur und der höheren ästhetischen Bedürfnisse, durch welche die Nachfrage nach künstlerischen Werten enorm gesteigert ist. Dass jüdische Künstler an dem Wettbewerb sich vielfach erfolgreich beteiligen, ist erfreulich und nicht auffällig. Dürfen wir Juden uns mit gutem Recht zu den besten Bücherlconsumenten zählen, so ist es billig, dass auch jüdische Zeichner und Illustratoren nach ihrer Eigenart an der künstlerischen Kultur des Buches mitarbeiten. In meinen Knabenjahren gab es kaum eine Konfirmation In einer besseren jüdischen Familie, bei der nicht ein halbes Dutzend Lewes, Leben Goethes und Palleske, Leben Schillers geschenkt wurde. Welche Verständnislosigkeit für das Buch im allgemeinen sprach sich darin aus! Seitdem ist der Sinn für die Ästhetik des Buches in immer weitere Kreise gedrungen, und mit Befriedigung können wir Juden auf die Mitarbeit jüdischer Künstler an dem Kulturwerk blicken. Zu den Männern, die dieser Aufgabe ihr schönes Talent gewidmet haben, gehört Ephraim Mose Lilien. Zwar ist sein Werk noch nicht abgeschlossen, denn Lilien hat die dreissig erst überschritten; aber die Zeit seines frischesten Schaffens hat eine solche Menge charakteristischer und in ihrer Eigenart vollendeter Arbeiten gefördert, dass wir Regeners zusammenfassende Würdigung des Künstlers mit Freuden begrüssen. Aus den zahlreichen vorzüglichen Bildproben, besonders dem Judabuch von Börries von Münchhausen, den Rosenfeldschen Liedern des Ghetto und Gabriele d’Annunzios Gesängen entnommen, lernen wir den feinsinnigen Illustrator und den von

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