Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zu Wellesz' Isaak ben Mose Or Sarua
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 704 (sequence 4)
- Language
- German
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704 Zu Wellesz’ Isaak ben Mose Or Sarua. die ihn Jahrzehnte lang in Anspruch nahm, — Wellesz verweist S. 362 auf die partielle Redaktion von Kapiteln des I. und II. Teiles — war die Sammlung und Sichtung des umfangreichen Materials voraufgegangen, die bis in seine Studienzeit hineinreicht. Mit Recht berichtigt Wellesz (S. 364) Zunzens Auffassung des קובץ; aber auch seine Erklärung, dass unter קונץ »das ganze Werk OS zu verstehen sei«, dürfte kaum zutreffend sein, Der קובץ ist eben die Materialiensammlung, die nach verschiedenen Rubriken (Collectaneen, Excerpte etc. s. Wellesz 366) geordnet war. ln dieser Materialiensammlung waren dieselben Gelehrten bald als lebend, bald als verstorben bezeichnet, je nach dem Zeitpunkt der Niederschrift der betreffenden Notizen. Wellesz führt (S. 363) solche wechselnden Angaben lediglich aus dem I. Teil des OS. an. In den noch bei seinen Lebzeiten beendeten Teilen des Werkes hat lOS. anscheinend auch die Eulogien genau redigiert, während die Ungleichmässigkeit der Eulogien im ersten Teil ein weiterer Beweis dafür ist, dass die Schlussredaktion nicht vom Verfasser herrührt, sondern nach seinem Tode mit Hilfe seiner Materialien- Sammlung veranstaltet worden ist. Erhalten wir sonach die Mitte des XIII. Jahrhunderts als die Zeit der Bearbeitung des OS,, so wird Wellesz’ Bemerkung über das Slaventum (S. 210) wesentlich gestützt durch einen Blick auf die allgemeinen geschichtlichen Verhältnisse. Damals stand Ottokar von Böhmen auf dem Gipfel seiner Macht; nach dem Aussterben der Babenberger hatte er Österreich an sich gerissen, Wien gehörte zu seinem Reiche, und auch nach Norden hatte er seine Macht ausgedehnt. Dass IOS. sein Werk für die in slavischen Ländern lebenden Juden geschrieben habe (Wellesz 710), ist jedoch durch nichts bewiesen. Die Anführung der zitierten Autoren und die Sammlung aller Belegstellen aus dem OS. würde für die Literaturgeschichte und die Gelehrtengeschichte sehr wertvoll ge-