Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Ohne Titel] / Aptowitzer, Viktor
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 615 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Notiz. 615 und sie korrigiert auch ohne weiteres : אימא מפני שתחילת נפילה ניסהln der jerusalemischen Mischna heisst es in der Tat: מפני שתחילת נפילה ניסה (ed. Ven. und Lowe, מתניתא דבני מערבא). So hat auch gewiss der ursprüngliche Text gelautet, ein Abschreiber hat שתחילת נפילה ניסה שתחילת נ׳ינ מ abgekürzt, was später in שתחילת ניסה נפילה aufgelöst wurde. Das würde aber zugleich ein Beweis sein, dass die Mischna den Amoraim geschrieben Vorgelegen hat, dass sie bald nach ihrer Redaktion niedergeschrieben wurde, was ich übrigens auch aus anderen schwierigen Stellen, die nur durch graphische Vorgänge zu erklären sind, nachweisen möchte. li. Eine antikaräische Stelle im Midrasch ha־gadol. Midrasch ha-gadol Col. 634: ומים תכן במדד. (איוב כ״ח כ״ה>. זו תורה ללמדך שבל (jes. 55, 1) שנמשלה במים שנאמר הוי בל צאן [צמא] לבו למים הלמד ממנה יותר מדאי סוף שהוא יוצא למינות . . . Diese merkwürdige Stelle ist nach meiner Meinung eine antikaräische Polemik. Bekanntlich hat Anan den Satz aufgestellt: חפישו באורייתא שפיר, d. h. die Tradition ist zur Erklärung des Gesetzes nicht notwendig. Hadassi zählt nicht weniger als achtzig hermeneutische Regeln, die die Tradition entbehrlich machen sollen. Eschkol ha-Kofer AB. 167, Buchst. ונבאר המרות, שה& שמונים כמו שאמר ושמונים :ת פלגשים . ♦ . ,, sie werden in AB. 16S—AB 173 aufgezählt. Gegen dieses Herum־ und Herausdeuteln, dieses regellose Regelmachen wendet sich unsere St.: Es muss במרה sein, auch das Deuten der Thora hat seine Grenzen, wer zuviel aus ihr herausdeuten will, der fällt der Ketzerei anheim. Diese meine Erklärung wird auch von Herrn Lektor M. Friedmann gebilligt. V. Aptowitzer.