Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Juden in Babylonien unter Sabur II. (309-382)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 552 (sequence 19)
- Language
- German
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502 Die Juden in Babylonien unter Sabur II. (309—382). welches nach den öffentlichen Vorträgen verrichtet wurde — aus nachtalmudischer Zeit her oder haben den Charakter der Öffentlichkeit durch Einführung in den Synagogenritus nie erlangt1). In Palästina kam die antiaramäische Strömung auch bei den öffentlichen Vorträgen insofern zum Ausdrucke, als namentlich in den rhetorischen Homilien der späteren Zeit das vulgäre Aramäisch gemieden und durch das Hebräische ersetzt wurde2). Dieses schon von Zunz hervorgehobene Merkmal der jüngeren Midraschliteratur ist weder auf die literarische Reproduktion der ursprünglich in aramäischer Sprache gehaltenen Vorträge — warum nur die späteren und warum nicht in der Sprache der Targume? — noch auf den Einfluss der spätgriechischen Rhetorenschule zurückzuführen3), sondern einzig und allein auf die Abneigung der jüdischen Lehrer und Prediger gegen die früher so beliebte aramäische Volkssprache, welche wahrscheinlich in dem Masse an Tiefe noch zunahm, als das Christentum an Verbreitung gewann. Auch der Umstand, dass wir manchen äusseren poetischen Formen, die unverkennbar syrischen Ursprunges sind, wie z. B. der Einfassung der einzelnen Strophen mit den Worten eines Bibelverses, dem sogenannten »Riegel«4), die in ähnlicher Form bei den Syrern schon in den Kallagebeten des vierten Jahrhunderts nachweisbar5), oder dem Akrostichon, der L) Vergl. die von Zunz, Literaturgeschichte der synagogalen Poesie* (Berlin 1865), S. 18—21 angeführten Gebetstücke. 2) Vgl. Bacher, Agada der palästinens. Amoräer, Bd. III, S. 513. Nicht nur der Gottesname wird mit der biblischen Form bezeichnet, sondern auch Personennamen werden hebräisiert, wie אדמוני statt סמוקא S. das. 3) Die erste Ansicht vertritt Bacher daselbst, die letztere Epstein, von Bacher das. angeführt. — 4) Vgl. Zunz, Literaturgeschichte der synagogalen Poesie, S. 24. .רהיט" griechisch "8 "דרמושp0|/.os genannt (Riegel oder Balken). 5) Barhebräus sagt in einer von Jpsef Simon Assemani mitgeteilten Stelle, »dass Isaak und ein gewisser Baläus (370—431) eine