Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Juden in Babylonien unter Sabur II. (309-382)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 550 (sequence 17)
- Language
- German
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550 Die Juden in Babylonien unter Sabur II. (309—3S2). Westaramäischen, eröffnet und auch gegen den letzteren hat eigentlich schon R. Juda, das erste Schulhaupt Pumbeditas und Lehrer R. Josefs, den Kampf insofern aufgenommen, als er sich gegen dessen weitere Verwendung im Kultus ausgesprochen1). Aber bei diesem, wie bei den Gelehrten Palästinas mag ein anderes, schwer wiegendes Motiv wirksam gewesen sein: die Abwehr gegen das aufstrebende Christentum. Dieses Motiv ist sehr naheliegend. Die ersten Schlachten, die die junge Kirche geschlagen, die ersten Siege, die sie erfochten und die ersten Eroberungen, die sie in den jüdischen Gemeinden gemacht, sind den Reden, die in aramäischer Sprache gehalten, und den aramäischen Schriften zuzuschreiben, die sie in die Welt geschickt. Aramäisch war die Sprache der Apostel, das aramäische »Marän athä« war das Losungswort der Christen, welches selbst unter den griechischen Bewohnern Kleinasiens von Mund zu Munde ging2), aramäisch war ihre Bibel, aramäisch waren ihre Hymnen und Gesänge. In Babylonien wurde die christliche Lehre von Edessa aus, dieser aramäischchristlichen Zentrale des Ostens, fast ausschliesslich in dieser Sprache verbreitet3). Und hatte diese im Lande der nationalen Feuerreligion auch lange nicht eine so ausgedehnte Verbreitung gefunden wie in Palästina, so mag doch auch für das babylonische Schulhaupt das, wenn auch langsame Eindringen der Christenbekehrung4), ג) Sota 49 b Baba k. 83, Gittin 58, Sabbat 12 b. 2) Neubauer in Magyar Zsidö-Szemle S. 346—347. 3) »Von hier (Edessa) aus ist die syrische christliche Über- Setzungsliteratur ausgegangeri, und so ist das vom Griechischen als Kultursprache zurückgedrängte Syrische eine Kultur־ und Literaturspräche geworden.» Harnack, Mission und Ausbreitung d. Christentums in den ersten 3 Jahrh., S. 441. 4) »Ich freue mich — schreibt Konstantin an König Sabur (Vita Const. VII, 13) — da ich vernehme, dass auch in Persien, durchweg die angesehensten Orte durch die Anwesenheit von Christen geziert