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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 5 · p. Seite 548

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 5
Article
Die Juden in Babylonien unter Sabur II. (309-382)
Date
1905-01-01
Page
Seite 548 (sequence 15)
Language
German
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548 Die Juden in Babylonien unter Sabur II. (309—382). über Palästina erstreckte1); Es kam dieser fromme Wunsch zunächst in dem Glauben an den Sieg der persischen Waffen gegen Rom zum Ausdrück. *Quod volumus, libenter credimus«, lautet ein altes Sprichwort. Grosse Verdienste um die freundliche Gestaltung dieses Verhältnisses der Juden zum Staate hatten sich die angesehenen Schulhäüpter dieser Zeit, R. Josef und dessen Schüler Raba, durch ihr auch am Hofe gewürdigtes Bestreben erworben, die Annäherung ihres Volksstammes nach Möglichkeit zu fördern. Konnten sie auch nicht in so wichtigen religiösen Fragen, wie z. B. in der Art der Leichenbestattung, der Regierung zu Liebe von den religi- Ösen Vorschriften abweichen, was übrigens auch von der Regierung nicht verlangt wurde, so kamen sie doch in vielen Dingen, wo eine Verletzung wichtiger Religionsgesetze vermieden werden konnte, den Wünschen der persischen Machthaber gern entgegen. So gestatteten sie den Juden die von den Magiern verlangten Kohlengefässe, welche diese bei ihrem Feuerkultus benützten, zu verabreichen2). Sie suchten es den strenggläubigen Juden zu ermöglichen^ 1) Vgl. Joma 10 a und Schebuoth 6 b. Wenn Raba den persischen König Sabur vor dem römischen Cäsar nennt, so geschah dies durchaus nicht aus Furcht vor dem strengen Landesherrn, wie Rasehi .das. annimmt. Sabur II. war ein so gewaltiger Herrscher, dass man ihn mit Recht als den »Grösseren« bezeichnen konnte. Die Tradition, die Rabba b. b. Chana im Namen R. Jochanans mitteilt: »Rom werde in die Hand der Perser fallen«, (Joma das.) erschien unter keinem persischen Fürsten so glaubwürdig als unter Sabur II. In späterer Zeit wurde den Worten Rabas freilich eine andere Erklärung gegeben. Vgl. noch Sanhedrin 98 b und den Aus- Spruch des R. Abba b. Kahana in Schir r. zu 8,9: »Wenn du im Lande Israels die Bänke mit Babyloniern gefüllt siehst, harre auf das Nahen des Messias.« Die Erklärung Bachers (Ag. d. pal. Amor. S. 482) ist gezwungen. בבליים ist die richtige Leseart. Die Palästimenser haben eben den Sieg der Babyloner als Vorstufe zur Erlösung von der römischen Bedrückung herbeigesehnt. Vgl. auch den folgenden Ausspruch R. Simon b. Jochais das. a) Sanhedrin 74 b.

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