Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Juden in Babylonien unter Sabur II. (309-382)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 535 (sequence 2)
- Language
- German
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Die Juden in Babylonien unter Sabur II. (309—332). 535 Prozess herbeigeführt wurde. Den Tieferblickenden konnte diese nicht überraschend kommen, und keineswegs ',bedurfte es erst — wie dies die bekannte Sage will — einer Vision, um den weltklugen Constantin zu belehren, dass der Sieg in den ihm bevorstehenden Kämpfen nur »im Zeichen des Kreuzes« erkämpft werden könne. »Die Christen bildeten schon dazumal«, bemerkt ein hervorragender Historiker, »in allen Teilen des Reiches eine sehr ansehnliche Zahl, sie waren unter sich aufs engste verbunden, ihre Hierarchie und ihre Synoden hatten sich aufrecht erhalten, während nicht nur die alte Rechtsverfassung'schon längst untergraben war, sondern auch die alten Anhänger durch eine Menge Ansichten und Meinungen gespalten waren und weder durch ein inneres, noch durch ein äusseres hierarchisches Band zusammengehalten wurden.« Unter solchen Umständen war es nur natürlich, dass Constantin sich der neuen, siegreich vordringenden Religion zuwendete. Sie sollte der neue Kitt werden, um die morschen, auseinanderstrebenden Teile des alten Weltreiches zusammenzuhalten. Dieselben Ursachen hatten in Persien eine ganz andere, der erwähnten gerade entgegengesetzte Wirkung hervorgerufen, nämlich: die Erweckung des schlummernden Nationalgefühls und die Wiederherstellung der alten Religion Zoroasters von seiten der sassanidischen Dynastie. Man hätte eigentlich auch in Rom eine ähnliche Reaktion und eine Neubelebung der nationalen Elemente erwarten können. Aber was in Persien noch mit Erfolg versucht werden konnte, war in Rom nicht mehr möglich. Invrömisehen Reiche waren nämlich die massgebenden Faktoren nicht mehr römisch, — weder der König, noch das Heer. Während Rom — nach dem geistreichen Aussprüche eines Haggadisten dieser Zeit1) — einem Schiffe glich, *) R. Isaak ein Schüler R. Jochanans.‘ Vgl. Genes, i4., cap. 83 An!., Exodus r. cap. 37 Anf. Bacher, Agada der palästin. Amoräer, BcL II, S. 228.