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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 506

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
[Nachricht] / Levy, Ludwig
Date
1905-01-01
Page
Seite 506 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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506 Kurze Mitteilungen. In der Zeitschrift für Ethnologie (1904. Heft VI) lesen wir einen eingehenden Artikel »Ueber M. Merkers Masai« von C. Meinho f. Das Buch M. Merkers, Hauptmanns in der kaiserl. Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika, »Die Masai, ethnographische Monographie eines ostafrikanischen! Semitenvolkes, Berlin 1904,« hat ein gewisses. Aufsehen erregt und in der Tagespresse eine Anzahl Besprechungen veranlasst. Die Behauptung Merkers, die Urgeschichte der Masai erinnere auf das frappanteste an biblische Berichte, in ihren Gebrauchen und Sitten seien zahlreiche Analogien zu jüdischen Zere-, monien und Gesetzen (Beschneidung, Dekalog, essubat Sabbat u. a.) vorhanden und seine Folgerung, die Masai müssten mit den Israeliten einst e i n Volk gewesen sein, all das klingt sehr abenteuerlieh. Meinhof steht bei aller Anerkennung der ethnographischen und anthropologischen Ergebnisse des Buches den Thesen des Vf. skeptisch gegenüber. Es sei möglich, dass diese Neger in Missionsanstalten gehörte Erzählungen mit alten Stamm eserinnerungen verschmolzen und dem nach alten Geschichten fragenden Europäer vortrugen. Und halten wir selbst daran fest, dass Merker nicht getäuscht worden ist,, so bleibt noch die Möglichkeit, dass die früher nördlicher sesshaften Masai mit den abessynischen Juden und Christen in Berührung kamen und ihnen biblische Berichte entlehnten, deren Kern sich bei: ihnen erhielt. Gegenüber der Behauptung von der Uebereinstimmung altisraelitischer und Masai-Sitte weist Meinhof auch auf die scharfen Unterschiede zwischen beiden hin. So wird den Masai erlaubt, Blut zu trinken, dem Masai ist Blut ein Lebensmittel wie Milch. Dagegen scheint die Anschauung, das Milch und Fleisch nicht gleichzeitig genossen werden dürfen, auch bei den Masai heimisch zu sein. Manche zufällige sprachliche Gleichklänge verführten den Vf. zu weitgehenden Schlüssen, so El-ebereh Ebräer. Trotzdem viele Schlussfolgerungen verfehlt sind und an »Alterschwäche« leiden, sind manche Parallelen interessant. Ein abschliessendes Urteil kann natürlich erst gefällt werden, wenn Texte der Masai-Ueberlieferungen vorliegen und von Sprachkennern geprüft sind. [121] Im Archiv für Reformationsgeschichte II. Jg. Heft 1 erschien »Die ältesten Instruktionen-Sammlung der spanischen Inquisition I.<: von E. Schäfer. Den spanischen Text begleitet eine deutsche Uebersetzung des Vfs. [122] (Fortsetzung folgt).

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