Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Esther
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 416 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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416 Esther. eifer und wegen der Lehre des Wortes, dass du Gottesliebe vermehrst und für das ewige Leben streitest. Als ich nach Osten ging, da kam ich bis zu dem Orte, wo sie verkündet wurden, und lernte sorgfältig über die Schriften des Alten Bundes, verzeichnete und schickte sie dir, indem ihre Namen diese sind, des Moses fünf, Schöpfung, Auszug, Zahl und Priester, und das zweite Gesetz, und ferner des Josua bar Nun, das Buch der Richter und Ruth, vier Bücher der Könige, zwei Bücher der Chronik, die Psalmen Davids, und des Salomo, die Weisheitssprüche, Koheleth, Hoheslied und [job, des Jesaja und Jeremia und die zwölf Propheten zusammen, Daniel, Cheskiel und Esra, von welchen ich die Sammlung machte und sie in sechs Teile setzte. Dies alles von Meliton«. Dieser Bericht ist, obgleich wir ihn nur durch Eusebius, also nicht im Original besitzen, allerdings etwas frappierend. Jedoch darf auch hier nicht übersehen werden, dass sowohl die Namen der biblischen Bücher, wie sie Melito nennt, als auch die von ihm angewandte Reihenfolge, mit Entschiedenheit darauf hinweisen, dass hier die Septuaginta, und nicht die hebräische Bibel, zugrunde liegt. Melito kann also diese Erkundigung nicht bei den damaligen jüdischen Gelehrten eingezogen haben, wie allgemein behauptet wird, sondern von den in Jerusalem wohnenden Judenchristen, für die die griechische Bibel ganz allein Geltung hatte. In diesen Kreisen mag das Estherbuch, wohl seines profanen Charakters wegen, als nicht zu den heiligen Büchern gehörig, gezählt worden sein. Das beweist aber durchaus noch nicht, dass sie es für nichtauthentisch hielten. Haben ja auch noch später im 4. und 6. Jahrhundert mehrere christliche Gelehrte lediglich aus diesen Profanitätsgründen den biblisehen Wert dieses Buches nicht zugeben wollen. Wie unzuverlässig aber die bei Eusebius mitgeteilten Bruchstücke der altchristlichen Literatur bezüglich derartiger Aufzählungen gerade ihres . fragmentarischen Charakters