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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 3 · p. Seite 355

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 3
Article
Mendelsohniana
Date
1905-01-01
Page
Seite 355 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Mendelssohniana. 355 Kritiker Ramlers auftrat. Das eine Mal geschah es in den Briefen, die neueste Literatur betreffend 1762,14. Teil, St. 6—9; das andere Mal in der Allgemeinen deutschen Bibliothek 1768, 7. Bd. Die erstere Besprechung handelt über Ramlers Verbesserung der Lichtwerschen Oden. Sie war ohne Wissen, ja gegen den Willen des Dichters veranstaltet worden und Mendelssohn scheute sich nicht, Ramlers Verfahren unbillig und unerhört zu nennen, wenn er auch das Auftreten Lichtwers als »ungebärdet« bezeichnet, und namentlich nicht zugeben will, dass Lichtwer ein Recht habe, den Bearbeiter einen »Verfälscher« oder einen »gelehrten Dieb« zu nennen. Im Verlauf der sehr langen Rezension wägt er gerecht die ursprünglichen Lesarten und Ramlers Verbesserungen ab, billigt die einen, verwirft die anderen; im allgemeinen lässt die Besprechung erkennen, dass er, ohne ganz auf seiten Ramlers zu stehen, doch ihm die höhere Kunst und das feinere Verständnis für poetische Schönheiten zuspricht. Zeigt sich in dieser Besprechung volle Selbständigkeit Ramler gegenüber, so ist in der späteren, die höchstwahrscheinlich kurz nach unserem Briefe geschrieben ist, eine volle Verherrlichung, geradezu ein Panegyrikus, erkennbar. Sie verteidigt Ramler, dass er die antike Mythologie angewendet habe, gibt viele Proben seiner Gedichte, die von Ausbrüchen des Entzückens unterbrochen werden; die ganze, über einen Bogen lange Besprechung ist ein volles und unbedingtes Lob des Dichters. Aus Kayserlings mehrfach angeführter Biographie war die Tatsache bekannt, dass der Weltweise seine Psalmen- Übersetzung Ramler widmete (Berlin 1782); diese Widmung mag hier folgen, weil sie den meisten Lesern gewiss unbekannt ist, denn die erste Ausgabe der Psalmen gehört jetzt zu den Seltenheiten und der Abdruck in den Werken (Leipzig 1845, Bd. 6, S. 127 ff) ist gleichfalls nicht allgemein zugänglich.

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