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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 3 · p. Seite 354

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 3
Article
Mendelsohniana
Date
1905-01-01
Page
Seite 354 (sequence 6)
Language
German
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254 MendelssohnLana. ein Dienstag, «Morgen» ist also Mittwoch der zweite Dezember, der Sonnabend, für den der Besuch in Aussicht genommen war, ist der fünfte. Der Adressat ist K. W. Ramler, der bekannte Odendichter und spätere Theäterdirektor, einer der Männer, die den von Zeitgenossen willig gespendeten Ruhm ־ nicht durch die Jahrhunderte haben tragen können. Dass Ramler mit Mendelssohn bekannt war, müsste man, selbst wenn keine bestimmten Zeugnisse vorlägen, ohne weiteres aus der Stellung dieses Dichters in den Berliner Gesellschaftskreisen schliessen, vornehmlich aus den nahen Beziehungen beider Persönlichkeiten zu Lessing. Bei den zahlreichen Verbindüngen, die Ramler zu den reisenden Grössen hatte, die ja alle das Bedürfnis empfanden, Mendelssohn kennen zu lernen, kam es mehrfach vor, dass er den Fremdenführer spielte; ein anderes Zeugnis, dass der jüdische Weltweise in Gesellschaft Ramlers bei einer vornehmen Dame einen Besuch abstattete, ergibt sich aus Kayserling, 2. Aufl., Seite 491. Wer freilich der Grosse war, der laut unserem Briefe besucht werden sollte, lässt sich nicht feststellen. Aber das Wort Mendelssohns, dass er die Bekanntschaft der Grossen nicht fliehe, sie aber auch nicht suche, ist ungemein charakteristisch für ihn. Der obige Brief regte mich an, den Beziehungen zwischen Ramler und Mendelssohn etwas näher nachzugehen. Aus der schon angeführten Biographie (S. 516 u. 519) war bekannt, dass der deutsche Dichter dem Philosophen eine poetische Totenklage gewidmet hatte, in der er ihn einen »Weisen wie Sokrates« nannte und dass er zu einer Trauerfeier 1786 eine Kantate »Sulamith und Eusebia« dichtete. Eine Korrespondenz zwischen beiden Männern war bisher nicht bekannt. Ein wirklicher Briefwechsel ist gewiss auch nicht geführt worden; es blieb nur bei gelegentlichen Billetten. - Interessant ist aber, dass Mendelssohfi zlwdirnal als

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