Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mendelsohniana
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 350 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Mendelssohniana. ׳׳-35L 350; verkehrte, in denen noch manche Traditionen aus der Mendelssohn’schen Zeit vorhanden waren, und dass ausser־ dem die Gesinnung, die in diesen Versen zum Ausdruck kommt, der entspricht, die man Mendelssohn zuschreibt. Auch sagt Ascher selbst, dass nicht die Verse selbst, sondern nur die in ihnen ausgedrückte Anschauung Mendelssohn gehört, II. ln der Zeitung für die elegante Welt 1803, Nr. 2. und 3., steht ein Aufsatz: »Moses Mendelssohn und die Aspasia, oder die Geschichte einer Maskerade.« Der Titel verspricht mehr als der Inhalt bietet. Denn der Aufsatz ist nicht etwa eine Anekdote aus Mendelssohns Leben, auch nicht eine Abart der vor 100 Jahren und länger beliebten Totengespräche, sondern eine Reihe von Unterhaltungen, die ein etwas verwachsener Mensch, der sich infolge dieser Missgestalt und einer jüdischen Maske, die er vor das Gesicht nimmt, für Mendelssohn ausgiebt, mit verschiedenen Personen führt oder geführt zu haben vorgibt. Das Interesse, das man heute noch an dieser übermässig langen Skizze (10 Spalten grossen Quartformats) nehmen kann, besteht darin, dass man noch 17 Jahre nach Mendelssohns Tode in einem allgemeinem Blatte, das allerdings mehrfach der Juden, und ohne besonderes Vorurteil gedenkt, mit grossem Respekt von dem jüdischen Weltweisen spricht. Dass sich der Pseudo-Mendelssohn in eine falsche Aspasia verliebt und von ihr kleine Gunstbeweise empfängt, soll hier nur nebenbei berührt werden, ebenso wie die Unterhaltungen mit mannigfachen Personen, denen der angebliche Philosoph derbe Wahrheiten sagt Zur Charakteristik des Tones sei eine Stelle mitgeteilt Beim Eingang in den Saal sagt der Maskenträger: »Ich bin Moses Mendelssohn, der verstorbene.« Ein Mann von sehr hohem Rang, der unweit davon, stand und meine Antwort hörte, trat mir sogleich in den Weg: »Willkommen,