Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mendelsohniana
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 349 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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JHendelssohmaaa. Von Ludwig• Greiger. I. Moses Mendelssohns Stachelgedicht über sich selbst. Ihr nennet gross, unsterblich Demosthen, Den stotternden Orator von Athen Und ihn Aesop, den Höcker, weise. Triumph! Ich werd’ in Eurem Kreise Gedoppelt gross und weise sein; Der ich in mir vereint’ Was sie, Aesop und Demosthen, Einst Hessen hören, seh’n. Die vorstehenden Verse teilt Saul Ascher in den »Bagatellen aus dem Gebiet der Poesie, Kritik und Literatur«, I. Band, Leipzig 1810, S. 206 mit und setzt dazu folgende Anmerkung: »Bekanntlich war Moses Mendelssohn in hohem Grade rachitisch, sowie er zugleich in seinem mündlichen Vortrag stotterte. Einst befand er sich in einem Kreise der trefflichsten Köpfe seines Zeitalters, in der Gesellschaft Sulzers, Ramlers, Lessings usw. Sie waren munter und guter Dinge und gerieten auf den Einfall: dass ein jeder von ihnen auf seine eigene Person aus dem Stegreif ein Stachelgedicht machen sollte. Mendelssohn soll, wenngleich nicht wörtlich, doch dem Sinne nach das folgende Epigramm über sich hergesagt haben.« Man muss dem Berichterstatter Saul Ascher, einer merkwürdigen, übrigens in neuerer Zeit viel geschmähten Persönlichkeit, die verdienen würde, einmal ausführlicher dargestellt zu werden, die Verantwortung für diese Mitteilung überlassen. Es mag hervorgehoben werden, dass Ascher, der allerdings kein Berliner war, in Berliner Kreisen