Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 3 · p. Seite 317

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 3
Article
Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 317 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
80% known words query
IRI
…/2829132-2829787-2829791-2886108--33695-2886189
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum. 317 sigkeit im Ausdruck und in der Form der Darstellung leidend1), noch heute lesenswert sind wegen des Tiefblicks und der Originalität der Anschauungen, die sich in ihnen offenbaren. Die grössten Verdienste hat Bodin sich auf dem Gebiete des Staatsrechts erworben. Sein umfangreiches und ebenso durch seine Gedankenfülle wie durch die strenge Folgerichtigkeit seiner Deduktionen ausgezeichnetes Werk über den Staat2) galt und gilt noch heute als eine epochemachende Leistung, die der Staatsrechtslehre ganz neue Bahnen erschlossen habe. Von manchen seiner Fachgenossen im siebenzehnten Jahrhundert, z. B. dem bekannten Gabriel Naudaeus (1600—1653), dem Verfasser der Bibliographia politica, wird Bodin als der grösste Staats״ ב) Mit grosser Härte und sichtlich nicht ohne Voreingenommenheit urteilt über ihn der grosse holländische Staatsrechtslehrer Hugo Grotius (15S3—1645) in den Epist. ad Gallos (ed. Lips) LXVI pag. 356. Bodinum in illo ad me misso opere agnovi, qualem existimavi semper, hominem rer um quam verborum studiosiorem, Latinitate utentem haud plane nitida, metricarum legum pueriliter imperitum, Graecis litteris vix imbutum, Hebraeorum morum ac sententiarum satis gnarum, non ex interiore linguae illius cognitione, sed ex amicitia, quam coluit cum doctissimis Hebraeorum, quae in illo 7rX7)pocpop(!xv eam, quae in Christianis requiritur, non parum labefactavit. Es ist offenbar der provozierende Eindruck, den die Lektüre des Heptaplomeres auf ihn gemacht hat, der sich in diesem Urteil wiederspiegelt. 2) Bodin hat dieses Werk im Jahre 1576 zu Paris unter dem Titel: »Les six livres de la Republique« herausgegeben und es dann selber ins Lateinische übersetzt. Ich benutze hier die lateinische Übersetzung (De Republica libri sex edit. IV, Ursellis 1650), weil diese an literarischen Nachweisen viel reicher als das französische Original ist. Über dieses Werk handeln die Monographieen von Baudrillart (oben S. 315, Anm. 1); E. Haneke, Bodin, eine Studie über den Begriff der Souveränität (Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechtsgeschichte, herausgegeben von Otto Gierke, 47. Heft) Breslau 1894; P. Errera, Un precurseur de Montesquieu: Jean Bodin, Bruxelles 1895; E. Fournol, Bodin, predecesseur de Montesquieu, Paris 1896. Vgl. auch G. Weill, Les theories sur le pouvoir royal en France, Paris 1892., Chap. VIII.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.