Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mathematik bei den Juden (1551 - 1840)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 313 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829787-2829791-2886107--33690-2886185- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Mathematik bei den Juden (1551—1840). 313 bibliothek klassischer Werke entwerfen konnte, worin die Mathematik, von Jugend auf seine Lieblingsbeschäftigung, einen breiten Raum einnimmt, und für die er ganz besonders gegen allgemeine Vernachlässigung in die Schranken tritt; es genüge hier eine Stelle daselbst mit ihrer Parallele wiederzugeben. (Melo Chofn. hebr. S. .13): סוף דנר המון הרבנים לא יבינו בימים האלה מעני} הגלגל ומעשהו כאשר לא יבין השור והחמור. Geiger (Melo Chofn. S. 15) übersetzt: »Die Masse der Babbiner versteht in unseren Tagen von den Himmelskörpern so viel wie Ochs und Esel«. Sollte nicht רבנים hier Rabbaniten bedeuten? In מעין גנים (S. 131 Od.) heisst es: ועל כיוצא בהם כתב.הרמב״ם-ז״ל בפ״ב מראש השנה שלא יבינו מהגלגל אלא כמו שיבין השור והחמור (vgl. M. Ch. 59 A. 53). Unter den nicht edierten, vielleicht nicht vollendeten zahlreichen Schriften1) bemerken wir drei enzyklopädische (n. 1, 2, 4), deren eine auch Chemie und Mechanik umfasste, und mehrere den besonderen Zweigen der Mathematik gewidmete, deren Verhältnis zu den gedruckten schwerlich durchweg sicherzustellen ist. Josef ist gewissermassen der Torso eines P o 1 yh isto rs. Sein äusseres Wanderleben, sein rastloser Wissenstrieb, seine Konzession an die herrschende Geistesrichtung seiner im Rückschritt begriffenen Glaubensgenossen, gestatten dem im 66. Lebensjahre in Prag (16. Okt. 1655) dahingeschiedenen Gelehrten nicht, seine allgemeinen Studien in festen Resultaten und in eigenem unzweideutigem Ausdrucke der Mit- und Nachwelt zu übergeben. Nach seinem Streben beurteilt, überragt er nicht bloss seine Zeitgenossen, sondern auch die grosse Menge jüdischer Gelehrten überhaupt. Ein psychologisch interessantes Problem ist die Stellung des Mathematikers zur neuern Kabbala, welche in Zahlen und Buchstaben die letzte Spur von Denken in *) Sorgfältig verzeichnet von Geiger, M. Ch., S. XL!V ff., daher bei Belinson תולדות, S. 58.