Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mathematik bei den Juden (1551 - 1840)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 7)
- Language
- German
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306 Mathematik bei den Juden (1551—1840). wagte, so habe er die poetische Form gewählt, »namque Poetis, quaeiibet semper fuit ampla potestas, et carmina tarn caelare quam explicare veritatem altius solent.« — Dieser Wahnsinn hat nicht bloss Methode, wie es im Hamlet heisst, sondern entspringt einem edlen Motiv und kleidet sich in aesthetische Form. Das war zur Charakteristik des Verfassers hervorzuheben. — Unter dem Titel: Anacaeph. etc. habe er sein Thema in IV »Sectiones« geteilt, bestehend aus 8 zeiligen Strophen, I bis Strophe 36, II bis 80, III bis 100, IV bis 133. In I werde das wahre Fundament der Reiche im Bilde einer Nymphe geschildert, in III das Bild eines heros Admirandus (vgl. unten C) angewendet. Er habe das Buch den spanischen Magnaten Balthasar Cuniga, Diego da Sylva, Marchioni (P)1) de Alenquer, Mendo da Mota und anderen im J. 1622 gezeigt, im J. 1624 das ms. dem Drucke übergeben, aber der Zensor der Inquisition, Georg Cadrale, habe einiges für sich behalten, anderes geändert und umgeändert (sibi retinuit, alia mutavit, nonnulla transmutavit). So erschien das Buch, in Abwesenheit des Verfassers mit dem »Lapis philosophicus. Sed omnes Portugallenses norunt, qua fortuna et quomodo impeditum fuit etc.« (so). Da jener Druck vergriffen sei, haben viele Magnaten eine neue verbesserte Auflage gewünscht; dieselbe entspreche dem Original bis auf Weglassung des Lapis philosophicus (quoniam immerito ibidem fuit inserta — über diese Schrift finde ich keine weitere Nachricht), eine Fortsetzung der III. Sektion bis 1640 und eine lateinisch gereimte Übersetzung des ganzen Gedichtes, welche zeilenweise in einer 2. Kolumne neben dem portugiesischen Texte gedruckt ist. — Kayserling hat aus sprachlichen Rücksichten eine Probe aus dem Ende der [IV.] Sektion gegeben (Sepharditn S. 210, 211). Ich lasse hier Strophe 11—13 der lateinischen Übersetzung *) Wohl Marquis,