Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Geschichte der Familie Wallich
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 12)
- Language
- German
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Geschichte der Familie Wallich. 283 Zweites Kapitel. Die Familie Wallich in Koblenz und Bonn. Gehen wir Rheinabwärts, so treffen wir in Koblenz1) wieder eine zahlreiche Familie, die den Namen Wallich führt und nicht unbedeutende Mitglieder besitzt. Wie wir oben gesehen haben, hatte Moses Jacob David, genannt Tewele, der mutmassliche Bruder des Dr. Abraham Wallich in Frankfurt, eine Tochter Mamele, die mit R. Simon Rofe aus Koblenz (gest. 1730) vermählt war. Aus dieser Ehe stammt der bekannte R. Menachem Manlin Wallich (gest. 1762), der in Koblenz2), Rabbiner und Arzt wie sein Grossvater mütterlicherseits in Trier, war. Simon Rofe, sein Vater, war der Sohn des Joseph Salomo (gest. 1689) und der Bräunchen (gest. 1690). Ersterer war wiederum der Sohn des R. Isaak Rofe aus Koblenz, letztere die Tochter des R. Menachem aus Metz3). Keiner von den Ahnen des Menachem Manlin, die wir aus der Reihe seiner Vorfahren väterlicherseits kennen, trägt den Beinamen Wallich. Auch scheinen sie schon ihrer Namen halber, die bei den sonstigen Wallichs nicht gebräuchlich sind, nicht zu dieser Familie zu gehören. Menachem Manlin hat also den Namen »Wallich« von seiner Mutter, der Mamele Wallich, übernommen4). 1) Die in Mainz vorkommenden Wallichs gehören zu der Familie in Koblenz. 2) C’est ainsi que le rabbin de Coblentz, Emanuel Wallich, etait ä la fois docteur de la 10L et medecin (Simeon van Geldre, kitbe kodesch p. 11, Carmoly h. d. m. j. p. 207). Über ihn siehe auch: Kaufmann, aus H. Heines Ahnensaal p. 153. Sein Stammbaum findet sich rekonstruiert bei Lewin, in Rahmers jüdischem Literaturblatt 1881, Nr. 33. s) Er starb dort 1642 ungefähr um die gleiche Zeit, wie Isaak Wallich der Urgrossvater des Menachem Manlin mütterlicherseits. 4) Vergl. den berichtigenden Nachtrag am Schluss S. 285.