Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Geschichte der Familie Wallich
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 276 (sequence 5)
- Language
- German
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276 Geschichte der Familie Wallich. den tötlichen Hintritt ihrer Rom. Kais. Majestät Leopoldt glorr. Andenkens etc.« Prag, Breslau, 1705, herausgegeben von Daniel Springer Prof, der ling. Hebr. am Oymn. St. Elisabeth zu Breslau, entlehnt habe, und weist dies von einzelnen von Löb gemachten Wortspielereien nach, der doch ausdrücklich in seiner Schrift sagt: »Gegeben und zusammengesetzt aus selbst-eigener Invention dieser hierbeygesetzten Figuren«. Und zum Schluss dieser Ausführungen sagt Schudti »Ist etwas curieuses, dass diese jüdische Krähe sich mit christlichen Federn wollen schmücken . . . . Er hat nicht vermutet, dass sein Scriptum von mir ins Teutsche sollte übersetzt werden, und bei seinen Juden mit solcher Invention wollen gross machen, auch wohl nicht geglaubt, dass des sei. Herrn Springers Schrift von Breslau bis nach Frankfurt, oder in meine Hände und Wissenschaft würde kommen«. Wenn man jedoch bedenkt, dass zu jener Zeit ein Abschreiben anderer Autoren vielfach, sogar von angesehenen Schriftstellern betrieben wurde, wird man auch Herrn Löb Wallich ob dieses Vergehens keinen allzu grossen Vorwurf machen können; ist doch andererseits vorgekommen, dass ganze Bücher wörtlich herübergenommen worden sind. An einer anderen Stelle der angehängten Schutzschrift sagt der Verfasser über seine Verhältnisse: »Ins besondern zu gegenwärtiger Zeit meines dürftigen und geringen Zustandes, darin ich die zehn Jahre stecke. Gewisslich, wo nicht gewesen wäre der Brand unserer Gemeine um unserer Sünden willen (der Brand am 24. Tebet, durch den er seine Bücher verlor), darum auch ich mein Weib und meine Kinder so Gott leben lasse, verfallen und von allem entblösst und bedürftig herausgangen und insgesammt von einem Ort zum andern elend gewandert. Diese 5 oder 6 Jahre bis hieher und ist niemand zu Hertzen gegangen, uns etwas Guts zu thun,