Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beleuchtung einiger neuerer Emendationsversuche im Alten Testament
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 1)
- Language
- German
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267 Beleuchtung einiger neuerer Cmendationsversnche im jtlten Testament. Von S. Eppensteiru Neben dem Versuch, die Bibel in alle möglichen Bestandteile zu zerstückeln, mit dem seit Graf-Wellhausen gegen das Alte Testament operiert wird, gilt es als ein weiteres Erfordernis der modernen Exegese, auch den Text in bezug auf einzelne »unverständliche, korrumpierte Worte« zu »verbessern« und an deren Stelle irgend einen »verständlicheren« Ausdruck zu setzen. Wie gegen das erstgenannte Unwesen Stellung zu nehmen ist, lehrt besonders D. Hofmanns grundlegendes Standard work: »Die wichtigsten Instanzen gegen die Graf ־Wellhausen’sche Hypothese« (Berlin 1904). Nicht minder wichtig aber ist es, gelegentlich einmal auch einen kritischen Blick auf die moderne exegetische Kleinarbeit der Konjekturalkritik zu werfen. Zumeist entstehen nämlich die »Textverbesserungen« aus der Unterlassung, die alten jüdischen Versionen zu befragen und des Hilfsmittels der Vergleichung mit den verwandten Idiomen, speziell des Arabischen1), sich zu bedienen. Viel könnten die neueren Exegeten besonders in letzterer Hinsicht lernen aus den Schriften der alten 1) Den Wert dieser Sprache für die Erklärung des,Alten Testament hat letzthin wieder A. S. Jahuda in seinem gediegenen Aufsatz »Hapax legomena im Alten Testament«; S.-A. aus Jewish Quarterly Review 1903, ins rechte Licht gerückt. Ich benutze diese Gelegenheit, um darauf hinzuweisen, dass das von diesem p. 3—4 behandelte שגלשו, Cant. 4, 1; 6, 5 von Ihn Ganäch, nach dem Original, ed. Neubauer, col. 137, 26—27 eigentlich gar nicht, und in der hebräisehen Übersetzung, ed. Bacher, p. 94, auch nur ungenau erklärt wird. Das richtige haben der dem Jos. Kimchi zugeschriebene Kommentar zum »Hohen Lied«, der demnächst durch mich in dieser Zeitschrift veröffentlicht wird, und Saadia Ihn Danän, bei Kitäb-al-Ussül im Anhänge s. v. — Ferner bemerke ich, dass das von Jahuda, p. 10, mit arab. קצף »spalten« verglichene קצפה Joel 1, 7, schon so erklärt wird von Juda ihn Koreisch, Risäle, p. 82 Ende.