Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Assyriologische Studien
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 1)
- Language
- German
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257 ^ssyriologische Studien*]. Von Dr. D. Feuehtwang. V. תהום und Tiämat. Das Wort תהום gehört zum Urbestand der semitischen Sprachen. (Vgl. Barth, Babel und israelitisches Religionswesen S. 25). »Die alten Araber nannten das Oestadeland des roten Meeres tihämat Meerland«. Das Vorkommen von תהום und תהומות in den heiligen Schriften lässt nicht, wie Gunkel (in seinem Buche Schöpfung und Chaos, S. 29—114) und dessen zahlreiche Anhänger, denn er hat Schule gemacht, es durchaus wollen, unbedingt darauf schliessen, dass Niederschläge der babylonischen Tiämat- Vorstellung vorlägen, wenn auch einige Stellen verräterisch aussehen. Von vornherein muss gesagt werden, dass sich die hebräischen Seher und Dichter im allgemeinen wohl gehütet hätten, so krasse, mythologisch-heidnische Bilder zu gebrauchen oder sie in dem Vorstellungskreise ihrer Hörer wachzurufen. Die babylonische Weltschöpfungslegende vom Kampfe Marduks ^Licht) mit dem Ungetüm Tiämat Soll nach Gunkel vielen Stellen zugrunde liegen. Dass der mythische Kampf aus dem Bericht von Genes. I ausgemerzt ist, sei dem priesterlichen (monotheistischen) Verfasser zu gute zu schreiben. Die klassische Stelle aus dem babylonischen Epos, das ich sonst als bekannt voraussetzen muss, lautet: »Es trat nieder Bel (Marduk) den Leib der Tiämat (Weib) mit der schonungslosen Waffe spaltete er ihren *) Vgl. diese Monatsschrift 41. (5.) Jahrg. S. 193 - 203; 385—392; 577—595; 42. (6.) Jahrg. S. 145-154. Monatsschrift, 49. Jahrgang־. 17