Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Eine archivalische Informationsreise
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829787-2829790-2885961--33615-2886089- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Eine archivalische Infornjatiönsreise. 245. allerdings im Vergleich mit dem, was man von einer sq weit zurückreichenden Vergangenheit vermuten könnte, nur ein sehr geringes zu nennem Es ist hier nicht...der- Platz, diesen Umstand zu erklären oder, zu entschuldigen* nur die Tatsachen sollen hier mitgeteilt werden. Stein und Erz haben sich dauerhafter als Pergament und Papier erwiesen. Die ältesten Originaldokumente jüdischer Geschichte in den Städten, die ich gesehen habe, sind die Leichensteine. Mainz hat solche aus dem 11. Jahrhundert aufzuweisen. Ebenso alt sind die ältesten .Leichensteine von. Worms. Angaben, die von einem noch höheren Alter der Wormser Leichensteine sprechen, beruhen auf einem Irrtum- Weitere Denkmäler sind für das 11, und 12. Saeculum nicht vorhanden. Das 13. und 14. Jahrhundert ist — abge-r sehen von den Leichensteinen — nur durch die Eintragungen des sogenanntenNürnberger Memorbuches vertreten, welches sich auch noch auf die späteren Jahrhunderte erstreckt. Für das 15. Jahrhundert weiss ich nur noch die beiden Schulgülten aus Frankfurt a, M. zu nennen. Gleichfalls sehr spärlich vertreten ist noch das 16. und die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts. Ausser einzelnen Memorbüchern stammen aus dieser Zeit einige kaiserliche Privilegien. der Juden in Worms, worunter auch — als .Inserate aus späterer Zeit — zwei Privilegien aus dem 14. Jahrhundert, das so genannte Grüne Buch in Worms, einige Juden״ Ordnungen daselbst und das grosse Gemeindebuch in Frankfurt a. M. Reichlicher fliessen die Quellen für die zweite Hälfte des 17. und besonders für die folgenden Jahrhunderte. Wenn auch das aus dieser Zeit herrührende Material nicht in der Fülle vorhanden ist, um selbst mit Zuhilfenahme dessen, was im Schoss der Staats- und Stadtarchive schlummert, für jede Stadt die Darstellung einer kontinuierlichen Geschichte der jüdischen Gemeinde zu ermöglichen, so reicht es in seiner Gesamtheit doch aus, um uns ein Bild über die Stellung der Juden