Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Familie Wallich
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 1)
- Language
- German
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183 geschickte 3er familie Wallich. Von I. Schultze. (Fortsetzung.) In der Bibliotheca Bodleiana zu Oxford befindet sich ein Manuskript aus Cannolys Sammlung, das eine Sammlung jüdisch-deutscher Volkslieder enthält1). Am Schluss dieser Sammlung befindet sich ein Lied als dessen Verfasser sich in der Schlussstrophe unser Eisik Wallich zu erkennen gibt. Es wird darin dargestellt, wie es einem reichen, geizigen Manne ergeht, wenn plötzlich der Tod an ihn herantritt, und er nun zu spät erkennt, wie sehr er sich durch sein Hängen am Golde betrogen. Er schliesst sein Lied mit der Strophe: »Ich weit mich geren stellen ganz wild, Muss über mein Dank sein gestilt, Es hilft mich doch kein spreissen. Alle Menschen müssen auch davon, Wenn es Gott der Allmechtig will hon. Spricht Eisuk Wallich Wirmeissen.« Er hat das eitle Streben seiner Mitmenschen nach Gold in seiner ganzen Nichtigkeit erkannt und ist weit entfernt davon, sein Lebensglück im Erwerb äusserer Glücksgüter zu suchen. Aus dem Umstand, dass dies Lied am Schluss der Sammlung steht, haben Neubauer und R. Kirchheim mit Recht geschlossen, dass Eisik der Sammler der übrigen Lieder war, die man sonst, wie Carmoly sagt, vergeblich suchen würde. Bei Carmoly2) heisst es über Eisik: *) Behandelt und in die deutsche Schrift übertragen von Felix Rosenberg, Dissertation in Berlin 1888. Vgl. Ztschr. f. Gesch. d. Juden in Deutschland II, 232—296; III, 14—28. 2) Revue orientale II, p. 33S.