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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 2 · p. Seite 137

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 2
Article
Die Kabbalah auf ihrem Höhepunkt und ihre Meister
Date
1905-01-01
Page
Seite 137 (sequence 9)
Language
German
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Die Kabbalah auf ihrem Höhepunkt und ihre Meister. 137 Es waren dies Gräber, welche die Ueberlieferung den grossen Lehrern der Mischna und des Talmud und auch biblischen Personen als Ruhelager kritiklos zugeschrieben hatte, und wo jede Ueberlieferung fehlte, wurde auch manchmal aus freier Phantasie dazu erfunden. Bei seinen Vorträgen ging er nicht etwa methodisch zu Werke, sondern griff bald das eine, bald das andere Thema heraus, oder er ging auf Fragen der Jünger ein oder gab ihnen auch schwierige Stellen im Sohar zur Erklärung und Er־ örterung auf. Die Jünger, die für ihren Lehrer schwärmten, notierten nicht nur alle seine Bemerkungen, sondern auch jede seiner Bewegungen, die er im Hause wie in der Synagoge vornahm, wurde schriftlich festgehalten. Doch war diese ganze Wirksamkeit von kurzer Dauer, reichte nicht über anderthalb Jahre hinaus. Die Pest brach in Safet aus und raffte schon am 15. Juli 1572 nach dreitägiger Krankheit den grossen Meister der Kabbalah dahin, im Alter von 38 Jahren. Er lebte offenbar in sehr guten Verhältnissen, hatte m Safet ein Handelsgewerbe betrieben und noch 3 Tage vor seinem Tode mit allen Geschäftsfreunden abgerechnet und dabei bemerkt: falls mir Unrecht geschehen, will ich allen verzeihen, falls ein anderer sich übervorteilt glaubt, soll ers nur sagen, wir wollen ihn befriedigen1). Er war also ein Charakter von tief sittlichem Gehalt, dabei überaus wohltätig. In der persönlichen Unterhaltung muss er einen bedeutenden Eindruck hervorgerufen haben. Josef Karo, einer der grössten Talmudisten, der Verfasser des Schulchan Aruch, hatte damals 83-jährig seinen Sohn mit einer Tochter Lurjas verlobt, und an dem Verlobungsmahl im Hause Lurjas teilgenommen. Nach Hause zurückgekehrt, habe der greise Karo zu seiner Frau — wie dieselbe in späteren Jahren dem Schlimmel Strassnitz er- 0 Leon Modena ארי נרדם cap. 25 S. 66, worauf Geiger zuerst hingewiesen hat in Melo Chofnaim (deutscher Teil) S. XX.

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