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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-11-01 · Heft 11-12 (November 1904) · p. Seite 735

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 11-12 (November 1904)
Article
Eine Zeitungsente aus dem Jahre 1790 und ihre Folgen
Date
1904-11-01
Page
Seite 735 (sequence 5)
Language
German
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Eine Zeitungsente aus dem Jahre 1790 und ihre Folgen. 735 So waren wenige Stunden nach dem Eintreffen der Schreckensbotschaft aus Amberg in München schon sämtliehe . oberste Landesbehörden alarmiert und die weitgehendsten Vorsichtsmassregeln getroffen. In München selbst schritt man nun eiligst an die Ausführung der erlassenen Befehle. Um 8 Uhr abends am 28. November war der soeben erwähnte Auftrag bei dem Stadtoberrichter v. Effner eingegangen und am Morgen des folgenden Tages schon Folgendes veranlasst worden: 1. Sämtliche in München befindliche Juden wurden vor das Amt gerufen und ihre schon öfter vorgenommene Conscription »reassumiert«. 2. Jene, welche nicht absolute auf Grund ihrer Privilegien und Patente nach München gehörten und ohne dringende Geschäfte sich hier aufhielten, wurden sub termino abbreviato, bei Vermeidung des Personalarrestes und gewaltsamen Abschubes, aus der Stadt verwiesen. 3. Da aber die Juden nicht an einem Orte der Stadt zusammen wohnten, sondern zerstreut durch ganz München, so wurden die Vorgeladenen auf ihr Gewissen und unter Androhung empfindlicher Strafe für etwaige Verheimlichung aufgefordert, alle Glaubensgenossen namhaft zu machen, von denen sie wussten, dass sie, ohne in München heimatsberechtigt zu sein, sich irgendwo in der Stadt versteckt hielten, zumal, wenn sie aus Böhmen oder den Nachbargebieten stammten. 4. Auch diese Verordnung erschien noch nicht weit genug gehend. Die Viertelschreiber (d. i. die Stadtbezirksbeamten) erhielten den Auftrag, in allen Häusern, wo man Juden vermuten konnte, bei den Hausherrn nachzufragen, ob solche sich etwa bei ihnen versteckt aufhielten, und, bejahenden Falles, sofort Anzeige zu erstatten. 5. Unter Androhung des Personalarrestes und der Konfiskationsstrafe wurden alle Juden befragt, ob sie in

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