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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-11-01 · Heft 11-12 (November 1904) · p. Seite 727

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 11-12 (November 1904)
Article
Geschichte der Juden in der Reichstadt Kaufbeuren
Date
1904-11-01
Page
Seite 727 (sequence 7)
Language
German
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Geschichte der Juden in der Reichsstadt Kaulbeuren. 727 Aussicht gestellt, und jede jüdische Anleihe, soferne man dahinter kam, umnachsichtlich mit Beschlag belegt1). Das Statutenrecht von 1596 bestimmte, um alles minderwertige Edelmetall fernzuhalten, dass weder Goldschmiede noch andere Bürger Silber oder Geschmeide von Juden kaufen oder eintauschen sollten, es sei denn zuvor durch die verordneten Silberschauer nach der reichsstädtischen Silberprobe weissgeschaut und als echt befunden worden2). Wenige Jahre später ward von Ratswegen überdies mandiert »dass hinfüro khain jud oder Iüdin in dise Statt andergestalt eingelassen noch haimlich oder öffentlich passiert werden solle, sy nemen dan alsbald under den Thoren jeder seinen besunderen Gleitsmann, so ain Ers. Rath hierzu verordnen würt; die sollen mit den Juden und Judinen herumbgehen und fleissige Achtung geben, was sy handlen und thuen; davon sollen die Juden und jeder besunders ainem solchen Gleitsmann alle Stund 1 kr. zu bezalen schuldig sein. Es will auch ain Ers. Rath hiemit den Thorwarthen ernstlich bevolchen haben, auf die Juden jetztgehörtermassen fleissige Achtung zu geben«3). Am 8. Juli 1622 ward für die Markttage ihr Aufenthalt in der Stadt auf drei Stunden beschränkt, wobei sie ausserdem noch eine Extragebühr von 12 kr. unter den Stadttoren zu bezahlen hatten4), jene Juden, welche in den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts vorübergehend in den Beisitz aufgenommen waren, mussten eine Wochensteuer von 45 kr. erlegen5), welche willkürlich erhöht werden konnte und gelegentlich der drückenden Quartierlast unter dem Major Melzi, am 14. Februar 1636, die horrende Summe von wöchentlich 10 Reichsthalern erreichte0). Als sie diesen 9 Ebenda. 2) Städt. Archiv. Sammelband 160. 3) Ebenda. 4) Schröder, a. a. O. 5) Ratsprotokoll vom 12. Oktober 1635. ü) Hörmann, Stadtchronik, II. Teil a. h. a.

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