Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-11-01 · Heft 11-12 (November 1904) · p. Seite 719

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 11-12 (November 1904)
Article
Drei deutsche Juden betreffende päpstliche Urkunden aus dem Jahre 1372
Date
1904-11-01
Page
Seite 719 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829776-2829786-2885797--33290-2885902
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Drei päpstliche Urkunden aus dem Jahre 1372. 719 (Hotzenplotz) nicht erwähnt wird, begegnen wir in jener Urkunden- und Regestensammlung S. 282, Nr. 1031 einer zu Avignon ausgefertigten Zuschrift desselben Papstes vom 15. Juni des gleichen Jahres (1372) an den Erzbischof von Magdeburg, in welcher Letzterer von dem Oberhaupte der Kirche wegen Begünstigung der Juden getadelt wird. Erzbischof Peter hatte nämlich am 21. April jenes Jahres für die Juden Magdeburgs einen Schutzbrief erteilt und darin besonders den Juden »Smolen von Derneborch<: mit Familie, der bei ihm in hoher Gunst stand und besonderer Privilegien sich zu erfreuen hatte, ausgenommen1). Gegen die Begünstigung dieses jüdischen Finanzmannes2), der in dem Orte »Salince«3 * 5) eine Synagoge in einer früheren Capelle eingerichtet haben soll, eifert der Kirchenfürst in jenem Schreiben, das hier eine Stelle finden möge: Gregorius episcopus servus servorum Dei venerabili fratri . , archiepiscopo Magdeburgern salutem et apostolicam benedicfcionem. Admodum displicenter Audivimus et si relata x) Vgl. G. Hertel, Urkundenbuch der Stadt Magdeburg, I. Bd., Halle 1892, S. 329, Nr. 518. In diesem Schutzbriefe war bestimmt, dass die Juden nicht vor geistliche Richter des Stifts geladen werden sollten, sondern, wie von Alters her, »vor uns oder vor irer scolen vor dem camerere unses gotzhus tzu Magdeburg«, auch sollten ihnen die Amtleute und Vögte bei ihren Schulden behülflieh sein. 2) Über Smol von Derneborch, vgl. meinen Artikel »Der jüdische Hofbankier der Magdeb. Erzbischöfe« u. s. w. in dieser Monatsschrift, 1904, S. 457 ff. 3) Im »Index«, S. 424 ist »Salince-Salza?« verzeichnet. Dieser Ort ist sicherlich Gross-Salze, wie aus Hertel a. a. O. S. 379, Nr. 588 hervorgeht (Urkunde vom 5. Oct. 13S3: Des Bürgers Albrecht Snydewint Revers wegen der ihm vom Erzbischof Albrecht verkauften 5 Mark aus den Bierpfennigen aus Gross-Salze von den 10 Mark, welche vormals Erzbischof Dietrich dem Juden Samuel von Dernburg verkauft hatte), vgl. noch a. a. O. S. 380, Nr. 589, (Urkunde vom gleichen (?) Tage: Erzbischof Albrecht verkauft an den Bürger Götze von Metern 5 Mark jährlich aus den Bierpfennigen zu Gross-Salze, die sein Vorfahr an den Juden Samuel von Dernburg verkauft hatte).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.