Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1904)
- Article
- Robert von Anjou und sein Verhältnis zu einigen gelehrten Juden
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 717 (sequence 5)
- Language
- German
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Robert v. Anjou u. sein Verhältnis zu einigen gelehrten Juden. 717 von J. Derenbourg, nebst der latein. Übersetzung), dem europäischen Mittelalter zuführte. Näheres in D. hebr. Uebers. S. 875. — 2. Bonacosa, vielleicht hebräisch Tobia, Uebersetzer einer medizinischen Schrift von Averroes, welche ohne seinen Namen gedruckt ist, wird von italienischen Historikern als Beweis angeführt, dass zu seiner Zeit (1255) das Studium in Padua geblüht habe (Hebr. Uebers. S. 973). — 3. Faradj b. Salem, auch Mose Farachi (auch Faragut, Fararius, Franchinus) genannt, aus Girgent, übersetzte (seit etwa 1279) im Aufträge KarFs von Anjou verschiedene Werke aus dem Arabischen ins Lateinische, welche öfter gedruckt sind; darunter ein Werk von Rhazes (al-Razi), welches zwei Riesenfolios füllt und den Titel Continens führt, auch für die Literaturgeschichte von grösster Wichtigkeit ist. Der Uebersetzer fügte ein noch heute nützliches Glossar hinzu. Dieses so voluminöse Werk ist in Italien seit I486 vielleicht fünfmal bis Mitte des 16. Jahrh. gedruckt. Ein Prachtmanuskript in Paris mit Miniaturen soll auch das Porträt des Uebersetzers enthalten, welches das älteste bekannte eines Juden überhaupt wäre (Näheres in D. hebr. Uebers. S. 974). Nachträglich bemerhe ich, dass Mithridates eine Über- Setzung vou Stücken des Pentateuch mit dem Kommentar des Abr. ibn Esra in einer Handschr. des Br. Mns. sich findet; s. ZsHB. 1898, S. 29.