Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1904)
- Article
- Die Familie Aboab
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 671 (sequence 11)
- Language
- German
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Die Familie Aboab. 671 In Amsterdam wurde er wieder als Chacham eingesetzt und wirkte als Rabbinatsassessor und Talmudlehrer segensreich für das Gedeihen und die friedliche Entwickelung der Gemeinde. Er war Mitglied des Gerichtshofs, das den Bann über Spinoza aussprach, wie er auch zehn Jahre später (1666) für Sabbatai Zwi eifrig Partei ergriff1). Im Jahre 1670 gab er die erste Anregung zum Bau der jetzigen grossen Synagoge, bei deren Einweihung (1675) er die noch vorhandene Festrede hielt Seine Predigten waren geistreich und bewegten sich in volkstümlichem Tone2). Aboab war auch ein gewandter Dichter und mit den Wissenschaften vertraut. Er verfasste eine spanische Übersetzung und Erklärung des Pentateuchs (Amsterdam 1681), Fhilosophia legaiis, ein Werk von ähnlichem Inhalt, wie Immanuel Aboabs Nomologie; ein Gedicht: der Triumph Mosis, in hebräischer Sprache; eine hebräische Übersetzung der in spanischer Sprache geschriebenen kabbalistischen Werke בית אלקים und שער שמים von Abraham de Herrera; 886 Predigten, bei verschiedenen Veranlassungen gehalten3); ein Gebetbuch, hebräisch und spanisch (Amsterdam 1687). Das von Aboab verfasste und handschriftlich hinterlassene Werk נשמת חיים behandelt die Frage, ob die Strafe des Sünders nach seinem Ableben eine ewige ist oder nicht. Der Verfasser entscheidet sich für die erstere Ansicht in Widerspruch mit R. Saul Levi Morteira, dem Schemaja de והמדקדק יצחק אבוהב נר״ו באמשטרדם שנת היב׳ת׳ ירושלים. Titel und durchfoliirt S. 39—54. ג) Vgl. Mtschr. 1876, S. 142. 2) Der berühmte Kanzelredner Antonio Vieira, der Aboab und Menasse b. Israel gehört hatte und um sein Urteil befragt wurde, gab zur Antwort: Menasse sagt, was er weiss; Aboab weiss, was er sagt; cf. Wolf, Bibi. hebr. III, 709. 3) Die bei de Castro p. 74 erwähnte Leichenrede auf Isaak Penso (Oracios funebre . . . en la Yesiba etc.) befindet sich, wie mir Herr Seeligmann mitteilt, in der Livraria David Montezinos (Abteilung des portug. Bet ha־Midrasch Ez Chajjim).