Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1904)
- Article
- Die Familie Aboab
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 661 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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661 Sie Familie jftoab. Von Leopold Löwenstein in Mosbach. Unter den jüdischen Gelehrtenfamilien, die in Spanien, Portugal, Holland und Italien weitverzweigt waren und mancherlei Helden der Wissenschaft aufzuweisen haben, verdient jene der Aboab1) besondere Aufmerksamkeit. Es ist nicht so leicht, die verschiedenen Stämme aus einander zu halten und auf ihren Ursprung zurückzuführen. Der Umstand, dass mehrere Träger dieses Familiennamens gleiche Vornamen haben, erschwert die Untersuchung. Ich will es versuchen, in vorliegender Arbeit dasjenige zusammenzustellen, was mir durch bisherige Forschungen und durch die einschlägige Literatur bekannt geworden ist. Am häufigsten begegnet uns der Name Isaak A. und zwar zunächst in dem Verfasser des bekannten Werkes מנורת המאור (Leuchter des Lichts), den wir als Isaak Aboab I. bezeichnen wollen. Er lebte etwa 1320 in Toledo2), wo er wahrscheinlich auch das genannte Buch schrieb, das er, wie er sich selbst ausdrückt, zu dem Zweck verfasste, damit es zur öffentlichen Belehrung benützt und moralische Lebensanschauung daraus gewonnen werde. Das Buch, zu dessen Abfassung Isaak A. sich zunächst durch die Vernachlässigung der haggadischen Stellen des Talmud veranlasst sah, besteht aus einer Zusammenstellung fast sämtlicher3) Haggadas aus Talmud und Midrasch mit 0 Dieser wahrscheinlich dem arabischen entsprechende Name müsste eigentlich Abuhabb geschrieben werden. Indess schreibt Immanuel A. (s. u.) selbst Aboab und scheint somit die Etymologie des Namens verwischt worden zu sein. 2) Vgl. Zunz, Ritus, S. 204 ff. 3) Wie Verf. am Schluss sagt, hat er nur solche Haggadas weggelassen, die ihm der Tendenz des Buches unangemessen schienen,