Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1904)
- Article
- Die Wormser Thora-Rolle auf Hirschpergament und Sefer Rabbi Meir
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 608 (sequence 5)
- Language
- German
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608 Die Wormser Thora-Rolle auf Hirschpergament. Wort יצר missverstanden und es als eine Abbreviatur von ישמרהו צורו ויחייהו genommen. In Wirklichkeit hat Me'fr lange vor dem Schreiber von Codex Leipzig I gelebt. Wenn aber der Schreiber von ספר ר' מאיר sagt: מוכה מחדש folio 52 b), so beweist dies nur, dass ספר ר׳ מאיר zur Zeit des Schreibers corrigirt wurde, nicht aber, dass jener Codex zu seiner Zeit angefertigt worden sei1). Schliesslich sei noch bemerkt, dass ספר ר׳ מאיר, wie Delitzsch angibt, mit Puncten versehen war. Somit ist seine Identität mit dem Wormser unpunctirten Codex entschieden ausgeschlossen. ספר ר מאיר oder מהריט wird überdies in einem Codex citirt, der Geiger gehörte (s. Kerem Chemed 9, 62) und der sich gegenwärtig in der Berliner Lehranstalt für die Wissen- Schaft des Judentums befindet. Es wäre sehr wünschenswerth, sämmtliche Anführungen aus ספר ר׳ מאיר in Cod. Leipzig und Codex Geiger zu veröffentlichen. Delitzsch bringt in seinem Catalog aus Cod. Leipzig nur die Varianten zum ersten Buche Mosis, mitunter sehr ungenau, und Ginsburg verzeichnet im Artikel חלופים seiner Massorah (I 604) keine Varianten aus ספר ר׳ מאיר. Diese Varianten sind aber von Wichtigkeit für die Geschichte des Bibeltextes und für die Frage, wer dieser Mei'r sein mag. (Vgl. Zunz, Additamente zu Delitzsch, Catalogus p. 314). Wir kennen nämlich bis jetzt drei Anfertiger von Muster- Codices oder Muster-Pentateuchs, die den Namen Meir. führten. Den einen citirt Simson Nakdan, (lebte in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts), wie Elia Levita in seinem מסורת המסורת (Abtheilung שברי לוחות) angibt. Elia sagt bei der Erklärung von gewissen Abbreviaturen: ספר השמשוני הוא הספר הנקרא חבור הקנעים ...׳ מיש מצאתי בספר הנ״ל שהוא מביא ראיה מחומש אחד מוגה ואומר כן מצאתי בחומש של ר מאיר שפירץ וזהי׳ מ״ש. So in den mir vorliegenden Baseler und l) Wie mir Dr. Porges mitteilt, lautet dort die Randbemerkung zu Ex. 6,19: בס׳ ר׳ מ׳ מוג׳ מחדש ויו במשפחות. Das Wort מוגה bezieht sich also auf das Waw und bedeutet »gelöscht«.