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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-09-01 · Heft 9-10 (September 1904) · p. Seite 576

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 9-10 (September 1904)
Article
Die Juden des Mittelalters in ihrer wirtschaftlichen Betätigung
Date
1904-09-01
Page
Seite 576 (sequence 1)
Language
German
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576 die ]iröen des ]Mittelalters io ihrer wirtschaftlichen Betätigung. Von GK Caro. (Fortsetzung.) Andere Bischöfe suchten schlechthin die Einheit des Glaubens herzustellen, so der h. Sulpicius von Bourges, der, wie berichtet wird, keinen Ketzer, Heiden oder Juden in seiner Stadt wohnen liess1). Die Stärke der jüdischen Stadtbevölkerung macht es, wie gesagt, unwahrscheinlich, dass sie ausschliesslich vom Handel lebte. Es gab ja nicht gar viel zu handeln in einer Epoche, die mit starken Schritten der reinen Naturalwirtschaft sich näherte. Gallien war das Land der grossen Grundherrschaften, die sich selbst genügten und höchstens mit ihren Ueberschüssen etwaigen Bedarf an fremden Luxusartikeln eintauschten. Ebendeswegen muss auch der Nahrungspielraum für das städtische Handwerk sich sehr verringert haben. Die grossen Gutsbetriebe deckten ihren Bedarf an Industrieerzeugnissen selbst durch die auf den Frohnhofen wohnhaften unfreien Handwerker. Der altgewohnten Beschäftigung mit Handwerk mussten also die Juden in Gallien gewiss grössten Teils entsagen, nicht vom Staat oder der Kirche gezwungen, sondern eben unter dem Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse. Begreiflicherweise suchten sie im Handel, so weit möglich, Ersatz; im übrigen lebten sie als Ackerbürger und bebauten, gleich ihren Nachbarn christlichen Bekenntnisses, Grundstücke innerhalb und ausserhalb des Mauerrings. Wenigstens lassen diesen Zustand die Zeugnisse der Karolingerzeit und der nächstfolgenden Jahrhunderte erkennen. Fraglich könnte allerdings sein, ob die Juden, die ף Vita Sulpicii ep. Biturigi c. 4, M, G. SS. rer. Mer. 4, 374 f.

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